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Arts & Culture
24. Januar 2020

NXT A zu Gast im Brücke-Museum

Kurator und Rahmenspezialist Werner Murrer führte uns heute Nachmittag durch die Ausstellung „Unzertrennlich: Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler“ – einstige Architekturstudenten – im Berliner Brücke-Museum, einem Düttmann-Bau

„Ungerahmte Bilder gebe ich niemals auf Ausstellungen … wenn ich etwas mache, so recht und gut als irgend möglich, sonst lieber nicht“, schrieb Ernst Ludwig Kirchner 1937. Damit machte der Expressionist ganz deutlich, wie wesentlich für ihn die Einheit von Bild und Rahmen war. Die Ausstellung „Unzertrennlich“ (Brückemuseum, Berlin, bis 25. März) analysiert jetzt erstmals die besondere Rolle des Bilderrahmens für die Künstler der Brücke.

Welchen großen Wert die einstigen Architekturstudenten auf die kompositorische Einheit von Rahmen und Bild legten, erklärte uns heute Nachmittag Kurator Werner Murrer anhand von ausgewählten Beispielen. Mit seinem Team, darunter Kunsthistorikerin Marianne Saal, erforschte der Münchner Rahmenspezialist anhand von erhaltenen Originalrahmen, historischen Ausstellungsfotografien und verschiedenen schriftlichen Zeugnissen die Rahmungsabsichten der Brücke-Künstler. Wir lauschten begeistert und erfuhren, dass die Rahmenprofile meist flach und einfach in der Konstruktion sind – und dass die Künstler sie selbst gefasst hatten. Viele Rahmen wurden im Laufe der Zeit durch vermeintlich kostbarere Modelle ausgetauscht, sodass das Wissen über originale Künstlerrahmen verloren ging. Das ändert nun die Berliner Schau, eine Kooperation mit dem Buchheim Museum in Bernried (28. März bis 5. Juli 2020): sie füllt diese kunsthistorische Forschungslücke. Ein prominenter Museumsmann war übrigens bei unserer Führung mit dabei: der bekannte Ausstellungsmacher Roger M. Buergel, Direktor des Johann Jacobs Museums in Zürich.

Das Brücke-Museum Berlin umfasst einen Bestand von rund 400 Gemälden und Plastiken und einige Tausend Zeichnungen, Aquarelle und Graphiken von Künstlern der Künstlergruppe Brücke und ist damit die weltweit größte Sammlung von Arbeiten der expressionistischen Künstlergruppe. Das Gebäude des Brücke-Museums, ein Flachbau mit Innenhof und vier Ausstellungsräumen, entwarf der Berliner Architekt und Stadtplaner Werner Düttmann. Er gehört zu den prägenden Figuren der Westberliner Nachkriegsmoderne.

Zur Ausstellung erscheint ein Standardwerk mit über 400 Seiten (Museumsausgabe 49,95 Euro), unterstützt von der Ernst von Siemens Kunststiftung und der RNK Stiftung.

Text: Ute Strimmer

Titelbild: Kurator und Rahmenspezialist Werner Murrer führte uns Nachmittag durch die Ausstellung „Unzertrennlich: Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler“ – einstige Architekturstudenten – im Berliner Brücke-Museum, einem Düttmann-Bau. Foto: NXT A
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