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Architecture
31. März 2021

Haus im Allgäu

Der Architekturpreis „max40“ wurde im Februar 2021 zum ersten Mal gemeinsam von den acht BDA-Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben. NXT A stellt die sechs Preisträger*innen und ihre Projekte vor. Das Münchner Architekturbüro studioeuropa konnte die Jury mit ihrem Projekt „Haus im Allgäu“ überzeugen

Der nicht dotierte Förderpreis „max40“ soll Aufmerksamkeit für die Architekturqualität junger Büros schaffen, indem er ihre Beiträge öffentlich zur Diskussion stellt und aufzeigt, welche Potenziale ungenutzt bleiben, wenn junge Architekt*innen keine Unterstützung erhalten. Der Architekturpreis wurde im Februar 2021 zum ersten Mal gemeinsam von den acht BDA-Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben. Die Auszeichnung richtet sich an in der Kammer eingetragene Architekt*innen, die in einem der acht Bundesländer tätig sind und am 1. Januar 2021 das 41. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Zu den Preisträger*innen des diesjährigen „max40“ Preises gehört das Münchner Architekturbüro studioeuropa. Die drei Architekten und Architektinnen Julian Chiellino, Felix und Sophie Reiner gründeten ihr Büro 2014 und arbeiten in München und Wien an Bauprojekten und Wettbewerben sowie stadträumlichen Gedankenspielen.

Bei ihrem „Haus im Allgäu“ waren auch der Zuschnitt des Grundstücks und Vorgaben des Orts eine besondere Herausforderung für das Münchner Architekturbüro studioeuropa. Auf einer sehr langen und sehr schmalen – 70 Meter Länge und etwa elf Meter Breite – bebaubaren Fläche sollte ein ebenerdiges Haus errichtet werden, das schwellenfrei zu bewohnen ist. Das Grundstück liegt auf einer Obstwiese im Ortskern von Jengen und zwar in einem gewachsenen Gefüge aus alten Allgäuern Bauernhöfen und einer Kirche, ergänzt um Einfamilienhäuser und einige wenige Wirtschaftsbauten.

Der Entwurf von studioeuropa bezieht sich auf die archetypischen Baukörper der umliegenden Bauernhöfe. Charakteristikum des Gebäudes ist das aus dem Vokabular der Ortsbebauung übernommene, geneigte Dach. Der Giebel verläuft dabei entlang der langen Seite des Grundstücks. Trotz dieser für die Umgebung ungewöhnlichen Ausrichtung fügt sich der Baukörper mit seiner Kubatur harmonisch in die Umgebung ein, behauptet sich aber dennoch. Unter dem langen Satteldach des Gebäudes sind ganz unterschiedliche Wohnbereiche organisiert: Schlaf- und Arbeitszimmer nach Westen und der großzügige Wohnraum nach Süden, der sich von der Traufe bis ganz oben zum First zieht. Dieser luftige Raum mit Galerie bildet den räumlichen Höhepunkt des Hauses.

Über seine Länge entwickeln sich außerdem unterschiedliche Außenräume – ein gedeckter Freisitz vor dem direkt angeschlossenen Wohnzimmer, ein Frühstücksplatz im Osten sowie der überdachte Eingangsbereich im Nordosten. Trotz der sehr knappen Dimensionen ließ studioeuropa hier ein Haus mit hohem Wohnwert entstehen, das einfach und zugleich originell ist.

Text: Ute Strimmer

Der Entwurf von studioeuropa bezieht sich auf die archetypischen Baukörper der umliegenden Bauernhöfe. Foto: Archiv Architekten
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