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Community Check #4

Bei NXT A steht das A für architecture – und für die Menschen dahinter. In unserer neuen Porträt-Serie stellen wir Euch kluge Köpfe der Architektur-Szene vor: Was bewegt sie? Was lesen sie? Worüber denken sie nach? Und welchen Blick haben sie auf die Welt? Wir haben nachgefragt, Ihr geantwortet. Die Münchner Architekturjournalistin Eva Herrmann sieht die Corona-Pause auch positiv: Endlich gibt es die Zeit und den Willen, Ideen auszuprobieren, ohne dass sie perfekt durchdacht sind

Eva Maria Herrmann, studierte Architektin, ist Autorin, Fachjournalistin – und seit 15 Jahren Inhaberin von „Kommunikation.Architektur“ – Büro für Architekturkommunikation (München). Sie ist Herausgeberin mehrerer Fachbuchtitel und widmet sich in Vorträgen, Workshops und Ausstellungen der Vermittlung von Baukultur. Für NXT A moderierte sie das Kamingespräch bei Hild und K in München. Auf Instagram teilt sich Eva Herrmann auf dem Account @kommarchi mit.

Was sind Deine liebsten Instagram-Accounts und warum?
Auf den Account @tussenkunstenquarantaine bin ich erst kürzlich und auch dank dem BAUMEISTER gestoßen. Kunstliebhaber stellen hier mit einfachen Bordmitteln berühmte Kunstwerke nach – großartig!

Live ist der Pianist Chilly Gonzales unschlagbar. Bis man wieder ein Ticket für eines der raren Konzerte ergattern kann, reist man ihm eben per Instagram auf seinem Account @chilly_gonzales hinterher…

Nicht erst seit ich für ein Magazin ein Interview über den Bau des weltweit größten Teleskops in der Atacama-Wüste machen durfte, fasziniert mich das Weltall. Der deutsche Geophysiker, Vulkanologe und Astronaut Alexander Gerst schafft es mit seiner Arbeit ganz wunderbar, die komplexen Dinge einfach zu erklären und zudem die Schönheit sowie Verwundbarkeit unseres Planeten sichtbar zu machen – auch über Instagram als @astro_alex_esa.

Welche Serie schaust Du momentan am liebsten und warum?
Mein Kontrastprogramm zu den täglichen Corona-Sendungen ist etwas ganz triviales: „call my agent!“ ist eine französische Serie über die täglichen ups and downs einer Pariser Schauspieleragentur und deren Klienten. Analogien zur Architektenszene sind nicht ausgeschlossen…

Welche Bücher liest Du gerade am liebsten und warum?
Gleich mehrere Bücher warten gerade darauf, zu Ende gelesen zu werden:
1. „Innovation – Streitschrift für barrierefreies Denken“ von Wolfgang Lotter
Der langjährige Autor von „ brandeins“ räumt herrlich kurzweilig mit der Forderung nach ständiger Innovationsflut auf. Im Sinne von barrierefreiem Denken und Mut zum Irrtum.

2. „Raumpatrouille“ von Matthias Brandt
Um ein Haar hätte der Dreh für den letzten Polizeiruf von Schauspieler Matthias Brandt als „Polizeiruf 110“ –Ermittler Hanns von Meuffels in unserer Wohnung stattgefunden. Leider wollte der Regisseur mehr „berlinstyle-trash“. Daher muss ich Matthias Brandt nun in seinen Büchern stalken.

3. „Happy City – Transforming Our Lives Through Urban Design“ von Charles Montgomery
Für ein Projekt stand dieses Buch schon mal auf der Leseliste. Mit Blick auf die aktuelle Situation lohnt sich noch mal ein differenzierter Blick auf die verschiedenen Strategien in Sachen Happiness für unsere Städte.

Was ist Dein Lieblingsrezept?
Selbstgemachtes Risotto mit grünem Spargel und rohem Saiblingstartar. Wie das geht, habe ich bei meinem letzten Besuch in Südtirol vom Koch des „Vigilius Mountain Resort“ gelernt.

Wen oder was vermisst Du aktuell am meisten?
Ich bin in der glücklichen Lage, jeden Tag in mein eigenes Büro flüchten zu können, so dass ein Stück Alltag im Ausnahmezustand mich erdet. Aber ich vermisse den Kontakt zu den Menschen, den Kollegen, die vielen Gespräche, die wir während der verschiedenen Events und Messen geführt hätten und die Inspiration hieraus.

Worin siehst Du bei den aktuellen Geschehnissen um Covid-19 die Herausforderung/Chance Deiner Branche?
Die Energie, die so eine unvorhergesehene Pause hervorruft, ist jetzt schon sichtbar. In der Geschwindigkeit, wie neue digitale Konzepte und Tools die bislang analogen Tätigkeiten ersetzen, liegt eine große Chance, das eigene Tun und das Miteinander positiv zu verändern. Endlich gibt es die Zeit und den Willen, Ideen auszuprobieren, ohne dass sie perfekt durchdacht sind. Diese Fähigkeit sollten wir uns unbedingt für die Post-Corona-Zeit erhalten.

Eva Maria Herrmann, studierte Architektin, ist Autorin, Fachjournalistin – und seit 15 Jahren Inhaberin von „Kommunikation.Architektur“ – Büro für Architekturkommunikation. Foto: Tim Westphal
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