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Architecture
28. Dezember 2020

Community Check #19

Bei NXT A steht das A für architecture – und für die Menschen dahinter. In unserer Porträt-Serie stellen wir Euch kluge Köpfe der Architektur-Szene vor: Was bewegt sie? Was lesen sie? Worüber denken sie nach? Und welchen Blick haben sie auf die Welt? Wir haben nachgefragt, Ihr geantwortet. Wir sprachen mit Lena Breitenborn und Charlotte Schoenberger von PIONIRA. Die zwei Architektinnen gründeten die Plattform, um die Pioniere der Architekturwelt zu zeigen

Die Plattform PIONIRA stellt Pioniere aus Kunst und Architektur vor und deren Projekte. PIONIRA ist ein Werkzeugkasten für Architektur, Ökologie und Handwerk, ein soziales Netzwerk für Nachhaltigkeit und ein Tool zum Ideenaustausch. Die beiden Gründerinnen Lena Breitenborn und Charlotte Schönberger kennen sich von ihrem Architekturstudium an der UdK Berlin.

Was hat Euch zuletzt begeistert?

Aktuell würden wir als Highlight die Architektur von Alberto Ponis nennen. Immer wieder haben wir diese rausgesucht und fasziniert analysiert. Er begeistert uns vor allem mit seiner Herangehensweise: Ponis beginnt seine Entwürfe vor Ort, zu Fuß, mit offenen Augen und einem Fotoapparat. Seine Wertschätzung für die Gegend und die Besonderheiten des Ortes begeistern uns stets aufs Neue. Doch an sich ist das mit der Begeisterung so eine Sache bei uns beiden – die Fähigkeit uns immer wieder aufs Neue für spannende Dinge zu begeistern hat uns zusammengebracht und unter Anderem auch dazu bewegt PIONIRA ins Leben zu rufen. Problemlos können wir uns in unserer Begeisterung verlieren – manchmal müssen wir uns also zügeln…

Porto, Berlin, Lissabon, Ihr seid viel rum gekommen. Für welche Stadt schlägt Euer Herz?

Ein gewisses Gefühl, das man schwer beschreiben kann, ergreift uns beide immer wieder aufs Neue bei der Ankunft in Lissabon. Die Farben der Fassaden, das sich wandelnde Licht zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten, die Weite des Ausblicks und die Nähe des Atlantik spielen hier sicher eine große Rolle. Auch die Menschen, die Rhythmen der Stadt und unsere jeweiligen Erlebnisse dort haben Lissabon für uns nachhaltig geprägt. Doch Gott sei Dank sind unsere Herzen groß und wir nehmen mit Freuden viele Orte darin auf.

Woran habt Ihr zuletzt gearbeitet?

Im Moment beschäftigen wir uns mit der Nachbereitung unseres gesammelten Materials vom Sommer. Da waren wir in Deutschland und Vorarlberg unterwegs und haben spannende Menschen und Projekte kennengelernt. Gerade stellen wir uns einer neuen Herausforderung, um unser Material zugänglicher zu machen – wir produzieren einen PIONIRA-Podcast. Das macht Spaß und wir freuen uns schon darauf ihn bald zu publizieren.

Ein Herzensprojekt, das Ihr gerne umsetzten würdet?

Um ehrlich zu sein haben wir, seit diesem Sommer noch mal verstärkt, die Vision ein PIONIRA Festival zu organisieren. Am liebsten in Portugal auf dem Land, in einer inspirierenden, natürlichen Umgebung – wo wir unsere digitalen Ideen in den analogen Raum bringen können. Es geht uns hierbei darum Menschen zusammen zu bringen und einen realen, handfesten Austausch von Techniken, Wissen und Experimenten zu fördern.

Wofür möchtet Ihr Euch mehr Zeit nehmen?

Zeit ohne den Computer! Wir sind es leid, dass Architektur zunehmend zu einer reinen Computer basierten Disziplin wird. Wir möchten uns mehr Zeit nehmen, um mit offenen Augen durch die Welt zu gehen – mit Stift, Papier und Fotoapparat. Wir möchten Zeit haben, sodass reale Situationen des Erlebens wieder spontan geschehen können.

Was ist Eurer Meinung nach, die größte Herausforderung für die Baubranche?

Wir fragen uns – wie kann die Baubranche diverser werden? Wie kann Architektur für mehr Leute zugänglich werden? Wie kann Architektur über das Studium hinaus kreativ bleiben und Überraschungen für uns bereithalten? Wie können wir trotz Normen und Verantwortung noch aufregende Projekte realisieren? Es gibt also einige Herausforderungen…PIONIRA kann langfristig hoffentlich ein paar Antworten darauf geben.

Lena Breitenborn und Charlotte Schoenberger gründeten PIONIRA, um die Pioniere der Architekturwelt zu zeigen. Foto: Leonard Schoenberger
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