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Architecture
23. April 2021

Biking Architects – Frankfurt

Fahrradfahren liegt nicht erst seit Corona im Trend. In Kooperation mit dem internationalen Netzwerk guiding architects stellt NXT A die schönsten Radtouren durch deutsche Metropolen vor – aber nicht irgendwelche Touren: Die Etappen sind immer architektonische Highlights. Entdeckt mit uns heute die nord-westlichen Parks Frankfurts

Fahrrad und Frankfurt beginnen zwar mit gleichen Buchstaben, aber bezüglich des Zweiradnetzes gibt es in Frankfurt noch viel Luft nach oben. Für Zweiflügler jedoch scheint die Stadt besser erschlossen zu sein.
Aber dennoch sind schöne, überraschungsreiche Radwege in Frankfurt zu befahren – durch Grünanlagen mit Blicken auf die Skyline oder auf die Höhen von Taunus, Spessart oder Odenwald. Heute zeigt Frankfurts Führende Architekten eine abwechslungsreiche Architektur-Fahrradtour durch die nord-westlichen Parks Frankfurts. Die Tour führt entlang zweier Großprojekte, Campus Westend und Europaviertel, wo wesentlich mehr zu erläutern wäre. Aber auch weniger bekannte Objekten und Stellen stellt Guiding Architects vor, die vielleicht auch für Frankfurter Architekturkenner den Blickwinkel weiten.

Startpunkt der Tour ist der Holzhausenpark, in dem das Holzhausenschlösschen steht.

 1. Holzhausenpark

Der Startpunkt ist idyllisch: Der Holzhausenpark ist der Überrest des Landguts ‚Große Öde‘ der Familie von Holzhausen. Das kleine Wasserschlösschen (1727-29, Louis Remy de la Fosse) fällt auch zeitlich aus dem Rahmen der umgebenden Bebauung von hauptsächlich Anfang des 20. Jahrhunderts. Jetzt – da die Betonarchitektur vom Anfang der siebziger Jahre, wieder etwas in positives Licht rückt – sollte man hier noch einen Blick auf die interessant komponierte Fassade des Mehrfamilienhaus Fürstenbergerstraße 123 werfen (1971-72 Nägele, Hoffmann, Tiedemann). Die Fassade lässt klar erkennen, worum es bei den Ausblicken ging.

Auf dem Weg zum nächsten Ziel ist rechts die Lessing Schule zu sehen, ein Frankfurter Traditionsgymnasium auf das unter anderem der Schriftsteller Martin Mosebach oder der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck gingen. Auffallend am, nach Kriegszerstörung erforderlichen Neubau (Gerhard Balser, 1967) sind das Faltwerk der Turnhalle und das Relief ‚Aufbruch‘  von Ferdinand Lammeyer. 2013 wurde eine energetische Sanierung durch die Architekten Meixner Schlüter Wendt Architekten abgeschlossen.

 

Den 1928 ausgeschriebenen Wettbewerb für die Hauptverwaltung der IG Farben gewann Hans Poelzig (1869 – 1936).

2. Campus Westend

Nachdem Kleinod ‚Öde‘ nun Großes. Etwas Großes sollte auch die neue Hauptverwaltung der IG Farben in den Augen des Vorstands werden. Den 1928 ausgeschriebenen Wettbewerb gewann Hans Poelzig (1869 – 1936) mit einem barock anmutenden (die Fensterhöhen nehmen nach oben hin ab) mit Stahl konstruierten und mit Canstätter Travertin verkleideten Gebäude. Es wurde 1930 fertiggestellt. Die Grünplanung stammt vom Frankfurter Gartenbaudirektor Max Bromme (1878 – 1974). IG Farben war damals die weltweit viertgrößte Firma und das Hauptverwaltungsgegbäude der IG Farben das größte Bürogebäude Europas für ursprünglich 1600 Angestellte. Mahntafeln im Vorbereich des Gebäudes, ein Film im Portiershaus und eine Ausstellung im ersten Obergeschoss erinnern an die dunkle Geschichte des Unternehmens. Denn im zweiten Weltkrieg produzierte ein Tochterunternehmen Ermordungsgase für Konzentrationslager und tausende Zwangsarbeiter arbeiteten für das Unternehmen

Nach dem Krieg nutzte die US-amerikanische Armee die Anlege. Hier legten auch die Ministerpräsidenten der Westbundesländer die Grundlagen der Bundesrepublik Deutschland.

Zwischen dem House of Finance (Kleihues + Kleihues, 2008) und dem Institut für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (Müller Reimann Architekten, 2008) führt die Tour nun in den Grüneburg Park.

Die Nutzung durch die US Streitkräfte endete mit der Wiedervereinigung. Als erfolgreich erwies sich die Idee, hier einen Campus der Universität zu entwickeln. Mit einem Vorschlag für zurückhaltende Eingriffe gewannen Dissing & Weitling Architekten aus Dänemark (2001) den Auftrag für die Renovierung des Hauptgebäudes, für die Gestalt des Campus überzeugte Ferdinand Heide die Jury mit einem Fünfstreifen Plan (2003). Die Fünfstreifen bestehen aus zwei Bändern aus Instituten am Rande der Geländes, gefolgt von jeweils einem Grünstreifen und in der Mitte ein Band aus Gebäuden mit allgemeinen Nutzungen. Auf dieser Symmetrieachse befinden sich die Mensa- Erweiterung des alten Kasinos und das markant am zentralen Platz gelegenen Vorlesungsgebäude (Ferdinand Heide, 2008)
Auf dem Platz steht die Skulptur ‚Body of Knowledge‘ von Jaume Plensa. Die acht Meter hohe Skulptur besteht auf Buchstaben acht unterschiedlicher Alphabete und symbolisiert damit die DNA des Wissens.
Zwischen dem House of Finance (Kleihues + Kleihues, 2008) und dem Institut für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (Müller Reimann Architekten, 2008) führt die Tour nun in den Grüneburg Park.

Das Palais Merton (Am Leonhardsbrunn 12-14) stammt aus den Jahre 1927 und wurde von dem Frankfurter Industriellen und vielfältig engagierten Stifter Richard Merton (1881 – 1960) errichtet.

3. Grüneburg Park

Das Schlösschen der Familie Rothschild enteigneten die Nationalsozialisten bevor es während des Krieges zerstört wurde. Von hier kann man kurz in den Park blicken, der im 19. Jahrhundert angelegt wurde. Man erblickt den Schönhof Pavillon, der 1964 hierher versetzt wurde. Zwischen den Bäumen wird der Blick auf das im Bau befindliche Hochhaus am Park gelenkt. Das Skandalprojekt der siebziger Jahre, ursprünglich mit Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach geplant, wird jetzt von KSP Architekten in ein Apartmenthaus umgebaut, ergänzt durch einen etwas niedrigeren Hotelturm (voraussichtlich 2022)
Auf dem Weg zum nächsten Haupthaltepunkt kommen wir durch das Villengebiet entlang der Zeppelinallee. Das Palais Merton (Am Leonhardsbrunn 12-14) stammt aus den Jahre 1927 und wurde von dem Frankfurter Industriellen und vielfältig engagierten Stifter Richard Merton (1881 – 1960) errichtet. Die Familie Merton fungiert auch als Namensgeber für das Mertonviertel.
Als stilistischen Kontrast kann man einen kurzen Abstecher in die Hans-Sachs-Straße 6 machen und einen Blick auf das von Ferdinand Kramer 1930 errichtet Haus Erlenbach werfen.

Die Frauenfriedenskirche errichtete der Architekt Hans Herkommer.

4. Frauenfriedenskirche

Die Kirche wurde in den Jahren 1927-29 nach einem Wettbewerb vom ‚modernen‘ Architekten Hans Herkommer errichtet. Ein besonderer Hingucker ist die Riesenstatue in den Portalbögen des Kirchturms. Die Skulptur stammt von Emil Sutor (1888 – 1974), dessen bekanntestes Werk das Rehlein ‚Bambi‘ wurde, das jährlich vom Burda Verlag als Preis vergeben wird. Die Kirche entstand auf Initiative von katholischen Frauenverbänden zum Gedenken an die Toten des ersten Weltkriegs. Über den Kreuzgang erschließen sich die sowohl die im Bauprogramm gewünschten Versammlungsräume, wie auch die Krypta. Da die Kirche aktuell renoviert wird, kann man dort einen Blick hineinwerfen.

Das Hörsaalgebäude auf dem Campus Ginnheim von SWAP Architekten.

5. Sport Campus Ginnheim

Der kleinste Campus der Frankfurter Uni trägt den Namen Ginnheim, liegt aber in Bockenheim. Über die Franz Rückerstraße stößt man direkt auf das neueste Bauwerk, ein Verwaltungs-, Bibliotheks- und Hörsaalgebäudes von SWAP Architekten, Darmstadt (2012). Durch die aktuellen Umstände ist es nur vom Zaun aus zu sehen. Im Mai 2019 gab es eine Absichtserklärung zur Errichtung eines Schwimmzentrums.

Links über das Gebäude hinweg, ist das der Vollendung entgehen gehende neue Wohnheim mit rund 300 möblierten Einzelapartments à 20 m² nach Entwurf von Ferdinand Heide zu sehen. Im Wettbewerb waren nur 180 Plätze gefordert. Überragt wird es allerdings von dem größten (rund 730 Plätze) und höchsten Wohnheim (56 m und 64 m) des Frankfurter Studentenwerks (Ginnheimer Landstraße 40, 42) Der Komplex wurde von 1962-69 nach einem Entwurf des Architekten Paul Friedrich Posenenske errichtet und 2012 zum letzten Mal, dann auch energetisch saniert. Am Eingang findet sich eine Informationstafel über Nutzung des ehemaligen Industriegeländes als Gefangenenlager während der Nazizeit.

Der kleinste Campus der Frankfurter Uni trägt den Namen Ginnheim, liegt aber in Bockenheim. Über die Franz Rückerstraße stößt man direkt auf das neueste Bauwerk, ein Verwaltungs-, Bibliotheks- und Hörsaalgebäudesvon SWAP Architekten, Darmstadt (2012). Durch die aktuellen Umstände ist es nur vom Zaun aus zu sehen. Im Mai 2019 gab es eine Absichtserklärung zur Errichtung eines Schwimmzentrums.

Der Nidda Park entstand im Rahmen der Bundesgartenschau 1989 .

6. Nidda Park

Gepflegte Blumenrabatten oder wilde Natur? – diese Frage begleitete die Bundesgartenschau 1989 in im Niddapark und dessen Gestaltung danach. Ursprünglich wegen der Überschwemmungen gemieden, wurde die Au durch die Landschaftsarchitekten Norfried Pohl und Werner Kappes zu einer Erholungslandschaft. Der von den Landschaftsarchitekten ausgearbeitete Plan ‚Natur in der Stadt‘, schaffte so das zweitgrößte Naherholungsgebiet der Stadt Frankfurt. Ob altes Wäldchen oder Neuanpflanzung, der Niddapark ist zu einer Einheit zusammengewachsen, in der Spielplätze und Kunstwerke eingebettet sind. Den Park säumen Schrebergärten. Ob streng organisiert oder anarchistisch wild, die 16.000 Gärten bieten in Frankfurt, Natur und kleine Freiheiten für ihre Besitzer.
Auf dem Weg zum nächsten Haltepunkt, nach Unterquerung der F.W. von Steuben Straße führt der Radweg entlang des sogenannten Industriehofs, eines von der Wehrmacht in den dreißiger Jahren gebauten Kasernengeländes. Nach Kriegszerstörung wurde der größte Teil des Geländes gewerblich genutzt, daher der Name Industriehof. Einen kleinen Bereich belegte bis in die 1980ger Jahre das US- Militär. An dieser Stelle entstand als Hauptverwaltung für die Frankfurter Börse, ein Bürogebäude in Kammstruktur (RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, 2000). Das Bürogebäude kann als Neuauflage des IG Farbenhauses gesehen werden. Die ‚Kammzinken‘ sind gut vom Weg aus zu sehen ist. Zum Ärger der Frankfurter Bevölkerung bezog die Börse dann 2010 das Bürogebäude The Cube (KSP) in der Nachbarstadt Eschborn. Das hiesige Bauwerk, Lateral Towers genannt, nutz daher seit 2015 die Commerzbank.

Im Zuge einer Nidda-Regulierung 1929 entstanden die Parkanlagen, die mit Hilfe des Schulpavillons (Eugen Kaufmann, 1929) das tiefere Verständnis der Frankfurter Stadtjugend für den Gartenbau fördern sollten.

7. Brentano- und Solmspark

In beiden Parks, faktisch entlang der Nidda vereint, stößt man auf sehr unterschiedliche Zeitschichten: die Grundmauern des im Krieg zerstörten Solmser Schlosses (letzter Umbau 1802, jenseits der Straße), das ‚Schweizer Häuschen‘ der Familie Brentano, ein Schulpavillon aus der Zeit des Neuen Frankfurts und ein Atelierhaus aus der Jetztzeit.
Schweizer Häuschen waren ein Bautypus des ausgehenden 19 Jahrhunderts. Es gab davon eine Reihe in Frankfurt, unter anderem im Palmengarten oder auf einer der Bastionen an der Taunusanlage. Das Häuschen hier war älter, wurde von dem Kaufmann Georg Brentano, dem Bruder von den Schriftstellern Bettina und Clemens Brentano, 1819 gekauft und zu einer romantischen Oase umgebaut. Jetzt als Brentano Museum und Kulturhaus genutzt, ergänzt seit 2019 der Neubau eines Atelierhauses (Architekt Berthold Ressler) das Ensemble.
Im Zuge einer Nidda-Regulierung 1929 entstanden die Parkanlagen, die mit Hilfe des Schulpavillons (Eugen Kaufmann, 1929) das tiefere Verständnis der Frankfurter Stadtjugend für den Gartenbau fördern sollten. Links am Inselgässchen wird noch an die 1938 verwüstete Rödelheimer Synagoge erinnert.

Das nach einem – wenn auch zurecht gestutzten – Entwurf des amerikanischen Architekten Peter Eisenmann (Wettbewerb 1992) entwickelte Rebstockviertel, hat in seiner Art des Städtebaus und Architektur eine Sonderrolle in Frankfurt.

8. Rebstockgelände

Das Haus ‚Großer Rebstock‘, neu aufgebaut in der Frankfurter Altstadt, erinnert an die Wohnstätte der Familie Rebstock, die lange Zeit nur durch ihr ‚Gelände‘ in Frankfurt bekannt war. Als Messeplatz und erster Flughafen genutzt, entstand auf dem Rebstockgelände ein großer Park. Seit 1982 befindet sich dort mit dem Rebstockbad (Fischer Glaser Kretschmer) eins der modernsten Erlebnisbäder Europas mit rund 2500 Quadratmetern überdachter Wasserfläche. Nach Jahren nüchterner Betonarchitektur, begeisterte die zeltartige Holzdachkonstruktion die Nutzer.
Rebstockviertel
Das nach einem – wenn auch zurecht gestutzten – Entwurf des amerikanischen Architekten Peter Eisenmann (Wettbewerb 1992) entwickelte Rebstockviertel, hat in seiner Art des Städtebaus und Architektur eine Sonderrolle in Frankfurt. Die Gebäudepositionen in Zick-Zacklinien und Fassadengestaltung, der von verschiedenen Architekten entworfenen Wohnhäuser, sind durch ein gemeinsames Prinzip vorgegeben. An der linken Seite der Leonardo da Vinci Allee steht das erste zertifiziert Büropassivhaus in Deutschland für die Unfallkasse Hessen (Nr 20, B&V Architekten, jetzt Canton Braun Park, 2005) links folgen eine Kita nach Entwurf des Hochbauamts (2007) und die Viktoria-Luise Grundschule von Prof. Friedrich pfp-architekten, Hamburg (Nr. 11, 2014), benannt nach dem Zeppelin gleichen Namens, der ab 1912 am Rebstock flog.

Das ehemalige Messegelände wurde zum Rebstockpark umgenutzt.

Rebstockpark

Immer noch teilweise als Bedarfsparkplatz für die Messe genutzt, wurde von 2003 – 2005 ein großer Teil davon zu einem großen Park umgestaltet. Die Planung stammte auch von Peter Eisenmann und den amerikanischen Landschaftsplaner Robert Hanna und Laurie Olin. Bei der Ausführung wirkte das Frankfurter Büro BWP Endreß Landschaftsarchitekten mit. Die Grundlage des Entwurfs ist wiederum ein verzogenes Raster. Deutlich zu erkennen sind die Trockengrachten. Auf Buschwerk wurde weitgehend verzichtet, so dass sich unter dem Astwerk der Bäume großzügige Durchblicke bieten.

Der Europagarten mit den beiden Hochhäusern im Hintergrund: das Axis (Meixner Schlüter Wendt, 2016) und der Westside Tower.

9. Europagarten

Der Begriff Europapark ist durch eine Einrichtung im badischen Rust vergeben, so dass der Park hier Garten genannt wurde (relais Landschaftsarchitekten, erster Abschnitt 2012).
Der Garten ist das Zentrum des westlichen Europaviertels. Es umfasst 90 Hektar Stadt, die in der Nähe von Innenstadt und Messe auf dem Gelände des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs entstanden sind. Ein Viertel davon sind Grünanlagen, ein Viertel Wohnfläche mit rund 5.000 Wohnungen, ein Viertel wurde der Messe zugeschlagen und ein Viertel sind Mischnutzungen mit rund 30.000 Arbeitsplätzen. (Masterplan AS&P, 1999)
Unter dem Garten liegt ein in Tagebau ausgeführter Straßen- und Stadtbahntunnel (2016). Um die nord- und südlich der ehemaligen Gleistrasse gelegenen Viertel besser miteinander zu verbinden, wurde der Garten mit sogenannten Taschenparks ergänzt. Die Radtour führt durch den nördlichen Teil Durch den nördlichen Teil (BWP Endreß, 2016). Der südliche Part ist nach der Erfinderin des Frankfurter Frauenfußballs Lotte Specht (1911 – 2002) benannt. Inmitten der Wiese fällt der Holzbau mit Aussichtsturm und Restaurant auf, der vom Investor errichtet wurde, um schon frühzeitig eine Anziehungsort im Gebiet zu haben (Franken Architekten, 2013). Nach Verkauf ist die Gastronomie zurzeit leider geschlossen.
Das Europaviertel wird durch die Achse der Europaallee erschlossen. Ihr Eingangstor im Westen bilden zwei Hochhäuser, beide rund 60 Meter hoch sind: das Axis (Meixner Schlüter Wendt, 2016) und der Westside Tower (Meyer Schmitz-Morkramer, 2015)
Eine ähnliche Torsituation entsteht am östlichen Tunnelmund: das Wohnhochhaus Praedium (Dietz Joppien, 2017) und gegenüberliegend im Bau, der neue Hauptsitz der Frankfurter Allgemeinen (Eike Becker, voraussichtlich 2022).
Wenn man von hier aus Richtung Innenstadt weiterfährt, liegen an der linken Seite nur noch Bürogebäude und Hotels, da angrenzend an das Messegelände keine Wohnbebauung möglich war. Auf der rechten Seite hingegen befinden sich vor allem Wohnbauten, mit Ausnahme des Bürogebäudes Zebra (Meyer Schmitz-Morkramer,vorr. 2022) das hinter dem Praedium gebaut wird.

Die Tour endet bei der Skyline Plaza und dem Bürogebäude Bürogebäude ‚Die Leichtigkeit des Steins‘.

10. Skyline Plaza

Ein Park der besonderen Sorte ist die Skyline Plaza. Der Garten bedeckt eine Teilfläche des Einkaufzentrums Skyline Plaza (ECE – Jost Henning, Fassade Jourdan & Müller, 2013).
Das Skyline Plaza ist im Prinzip das Zentrum einer großen Ringstraße, in die alle bestehenden Straßen münden und dann auf die Europaallee geführt werden. Diese 60 Meter breite Allee (Bepflanzung durch Gnüchtel + Triebswetter) wurde nach dem Vorbild ders Champs Elysée und ‚Unter den Linden‘ geplant, somit steht man hier vor dem Frankfurter Pendant zum Brandenburger Tor oder dem Arc de Triomph.
Entlang der Europaallee sieht man vor dem westlichen Skyline Plaza Eingang links Wohngebäude vom Büro Jo Franzke (bis 2010), und direkt angrenzend rechts das Bürogebäude ‚Die Leichtigkeit des Steins‘. Gemeint sind damit die schmalen Steinlisenen, der sonst weitgehend verglasten Fassade. (schneider + schumacher 2010)
Umgeben wird das Skylineplaza von einer Reihe Hochhäuser. Im Norden befindet sich als Kombination von Büros und einem Hotel der Tower One im Bau (Meurer Architektur, 2021), im Osten der Grandtower als höchster Wohnturm Deutschlands (172 m, Magnus Kaminiarz & Cie, 2020) im Süden in Bau der Spintower (Hadi Teherani, vorr. 2022) das Eden (Magnus Kaminiarz u. Helmut Jahn, voraussichtlich 2022) und ein Wohnblock. In Anlehnung an den Garten Eden soll diese Park- und Architekturtour mit einem Hochhaus beschlossen werden, das mit einer begrünten Fassade, einen vertikalen Draufschaupark bekommen wird. Ein kleiner Vorgeschmack davon war 2020 an der Fassade schon zu entdecken, der aber im Frühjahr 2021 das Schicksal von nicht gegossenen Fensterpflanzen teilt.

Über die Autoren

Der Agenturname Frankfurts Führende Architekten wurde 2019 gewählt, da er genau beschreibt worum es geht: der Architekt Paul-Martin Lied und weitere Kollegen führen durch die architektonische Vielfalt Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets.

Von hier stammt auch Agenturgründer Paul-Martin Lied. Er hat an der TU Darmstadt Architektur studiert und dann zwölf Jahre in den Niederlanden gearbeitet (mecanoo, Erick van Egeraat), wo er auch in den 1990ger Jahren Freude an Architekturführungen fand. Zurück in der alten Heimat gründete er 2005 mit ‚a-z architektouren‘ seine erste Agentur und wurde 2008 ins Netzwerk guiding architects aufgenommen. Seitdem konnten die Aktivitäten immer weiter ausgebaut werden, mit zuletzt jährlich über 1000 geführten Gästen in Frankfurt, aber u.a. auch in Wiesbaden, Darmstadt, Gießen, Mainz, Mannheim und Heidelberg.

Die ‚Führenden Architekten‘ gehen auf die Wünsche und Vorkenntnisse der Kunden ein und sind bestrebt umfassend, aber auch kurzweilig über das Architekturgeschehen in diesen Städten zu informieren.

Radtour duch die nord-westlichen Parks Frankfurts. Foto: Unsplash
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