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Urban Landscape

Wie groß ist die kleinstmögliche barrierefreie Wohneinheit?

Studierende der TU Berlin entwickelten Ideen für gemeinsames, barrierefreies Wohnen auf kleinem Raum. Eine Modellwohnung im Maßstab 1:1 ist kommende Woche in der Ausstellung „Mikrowohnen barrierefrei“ in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu sehen
Wie groß ist die kleinstmögliche barrierefreie Wohneinheit? Und wie kann man diese auch für gemeinschaftliches Wohnen nutzen? Mit diesen Fragen haben sich Studierende im Masterstudiengang Bühnenbild/Szenischer Raum – Modell + Design an der Technischen Universität Berlin beschäftigt und Ideen für Mikrowohnungen entwickelt.
Hintergrund sind die neuen Herausforderungen, die steigende Immobilien- und Mietpreise, die demografische Entwicklung mit immer mehr älteren Menschen sowie eine wachsende Zahl von Single-Haushalten an Architekten im urbanen Wohnungsbau stellen. Eine Mikrowohnung wurde an der TU Berlin in Originalgröße nachgebaut und wird nun im Ausstellungsraum der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgestellt. Diese ist Objektträger für alle Modelle und Pläne – und Ausstellungsexopant zugleich. Die Koordinierungsstelle Barrierefreies Bauen unterstützte das Projekt.

„In den USA begegnet man dem Trend zum Single-Haushalt bereits seit den 1990er-Jahren durch Verdichtung mit sogenannten „Tiny-Living-Units“, erklärt Architektin und Modelldesignerin Annette Müller, die das Seminar im Sommersemester 2019 zusammen mit ihrem Kollegen Robert Niemann an der TU Berlin leitete. „Auch in Deutschland, nicht nur in Berlin, bedarf es bei der Entwicklung von Wohnraum sozialer, ökonomischer und ökologischer Innovationen. „Die Sharing Economy mit ihrem gesellschaftlichen Trend hin zum Teilen – Car-Sharing, Co-Working, Co-Gardening etcetera – führt im Bereich des Wohnens zu der Forderung nach intelligenten Lösungen auch für das Co-Living.“
„Ziel des Seminars war es nicht nur, Barrierefreiheit als selbstverständliche Bauaufgabe zu forcieren, sondern wir haben uns insbesondere auch mit der Frage beschäftigt, wie groß die kleinstmögliche barrierefreie Wohneinheit ist“, erklärt Annette Müller. „Wichtig ist uns auch, die Studierenden für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren und ihr Bewusstsein dafür zu schärfen. Gleichzeitig wollen wir die Notwendigkeit von Diversität und Flexibilität von Bauaufgaben im Wohnungsbau hervorheben.“ Entstanden sind zehn sehr unterschiedliche Ansätze für ein berlintypisches Wohngebäude in Modellen und Bildern. Dabei lag der Fokus auf barrierefreiem Wohnraum und nicht auf dem durch die DIN 18040-2 definierten uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Standard. Grundlage für die Entwürfe ist die am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Verordnung über bauliche Anforderungen an barrierefreies Wohnen – Barrierefreies Wohnen Verordnung Berlin. Der integrative Ansatz von Co-Living-Angeboten wurde von den Studierenden herausgearbeitet und in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Hochschule Luzern und dem Fachgebiet Bauökonomie der Technischen Universität Berlin weiter untersucht.

Die Vernissage findet kommenden Montag, am 2. März 2020, um 18:30 Uhr statt (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Ausstellungsraum, Erdgeschoss). Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Annette Müller, Projektleiterin, TU Berlin, Prof. Dr. Peter Schwehr, Leiter Forschung an der Hochschule Luzern, Technik & Architektur und Simon Hawkins, Master Student Architektur TU Berlin nehmen an der Podiumsdiskussion teil.
Der Talk wird in deutsche Gebärdensprache übersetzt, der Ausstellungsraum und die Ausstellung sind barrierefrei zugänglich. Eine Broschüre mit taktilen Grundrissen liegt zudem aus. Mit Hilfe von QR-Codes in der Broschüre sind die Ausstellungstexte als Audiodatei (mp3) zum Anhören hinterlegt. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert (bis zum 15. April 2020) und kann gerne ausgeliehen werden (Kontakt: barrierefrei.bauen@sensw.berlin.de). Begleitveranstaltungen sind vorgesehen, www.modellunddesign.de.

Tipp: 
Zum Thema Co-Living veranstaltet NXT A am 11. März 2020 in München im Rahmen der Munich Creative Business Week (MBCW) den Talk „Schafft kollektives Wohnen Glück?“ und zeigt dazu den Film „THE INFINITE HAPPINESS“ der einen ungewöhnlich tiefen Einblick in das alltägliche Leben der im 8 House (Bjarke Ingels) wohnenden Menschen gibt. Mehr unter www.nxt-a.de.
Studierende der TU Berlin entwickelten Ideen für gemeinsames, barrierefreies Wohnen auf kleinem Raum. Foto: © Modell+Design
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