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Architecture
12. März 2021

Wer war Sep Ruf?

Einer der bedeutendsten Architekten der Nachkriegszeit in Deutschland ist Sep Ruf. Seine moderne Architektursprache wurde im konservativ geprägten München nicht immer verstanden. Heute gelten seine Münchner Bauten jedoch als architektonische Schmuckstücke. In unserem neuen Podcast begibt sich Kristina Dumas gemeinsam mit Architektin Irene Meissner auf eine kleine Zeitreise

Franz Joseph „Sep“ Ruf (1908-1982) zählt zu den bedeutendsten Architekten der Nachkriegszeit in Deutschland. Seine Bauten sind gekennzeichnet durch eine offene, transparente und vor allem leichte Bauweise. Gekonnt verbindet er in seiner Architektur Tradition und Geschichte miteinander. Während seines eher konservativ geprägten Studiums an der damaligen Technischen Hochschule Architektur orientierte er sich am „Neuen Bauen“ der Bayerischen „Postbauschule“. Erste Bauaufträge für Privathäuser erhielt er noch während des Studiums und konnte sich deshalb nach dem Diplom sofort selbstständig machen.

Mit seinen öffentlichen Bauten hat der in München geborene und aufgewachsene Sep Ruf wichtige Akzente im heimatlichen Stadtbild gesetzt. Mit der eleganten Wohnscheibe an der Theresienstraße schuf er 1951 ein Leitbild für Neues Wohnen. Zusammen mit Hans Döllgast und Helmut Kirsten gestaltete Sep Ruf den Wiederaufbau der Bayerischen Staatsbibliothek mit einem neuen Lesesaal (1960–66) und sein Rundbau der 1960 geweihten Pfarrkirche St. Johann von Capistran zählt zu den großartigsten Sakralräumen der Nachkriegszeit.

Seine moderne Architektursprache wurde im konservativ geprägten Umfeld der Stadt nicht immer verstanden. Allerdings gewinnen seine Bauten über die Jahrzehnte hinweg immer mehr an Bedeutung und gelten nun als architektonische Schmuckstücke für München und Bayern.

In unserer neuen Folge von NXT A Dialog begibt sich Kristina Dumas gemeinsam mit Irene Meissner, Architektin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Architekturmuseum der TU München, auf eine kleine Zeitreise. Gemeinsam sprechen sie vor der Neuen Maxburg – eine städtebaulich harmonisch in die Altstadt eingepasste Anlage und eines der bedeutendsten Ensembles der 50er-Jahre-Architektur in Deutschland – über den Architekten Sep Ruf, der diese gemeinsam mit Theo Papst errichtete.

Tipp: Das neueste Booklet „Sep-Ruf-Pfad“ des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München stellt 17 Bauten des Architekten vor, die bei einem Stadtspaziergang direkt vor Ort erkundet werden können.

Sep Ruf, um 1950. Foto: Architekturmuseum der TUM
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