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Architecture
20. August 2021

Start Ups und Architektur #3

Es muss ja nicht immer das Architekturbüro sein. Als ArchitektIn kann man auch im Start Up, bei einer Gemeinde, einem Immobilienentwickler oder in der Beratung arbeiten. Wir stellen Euch Arbeitgeber der anderen Art vor und finden heraus, wie es ist dort zu arbeiten. Wir sprachen mit Marius Mersinger. Er ist an dem jungen Architekturbüro dammarchitekten beteiligt und Teil des mehrfach ausgezeichneten Start Up zeltHAUS. Dessen Ziel ist es, ein leicht transportier- und aufstellbares Zuhause für Menschen in jeglichen Notsituationen zu schaffen

Beschreibe Euer Start Up in drei Sätzen!
Das zeltHAUS ist eine nachhaltige und temporäre Unterkunft, welche primär in humanitären Krisen Schutz bietet und perspektivisch bei Veranstaltungen und Outdooraktivitäten zum Einsatz kommen kann. Es ist leicht transportierbar sowie aufbaubar und ist zusätzlich, im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Zelt, gedämmt, sodass es wie ein Haus vor jedem Klima und zu jeder Jahreszeit Schutz bietet. Dabei besteht das zeltHAUS aus einem recycelten PET Material und kann nach seiner Verwendung erneut recycelt oder wiederverwendet werden.

(Wie) Könnte das zeltHAUS das aktuelle Problem der Überschwemmungen im Flüchtlingslager auf Lesbos lösen?
Generell wollen wir eine planerische Leistung für temporäre Lager anbieten, damit selbst in Notsituationen eine bestmögliche Infrastruktur der Zeltstädte gewährleistet ist. In kalten Regionen schützt das zeltHAUS durch den mit recycelten PET-Platten gedämmten Boden. Durch eine innenliegende Plane, welche wie eine Wanne ausgebildet ist, sind die Bewohnerinnen und Bewohner vor eindringendem Wasser geschützt. Damit ist das zeltHaus für die Umweltbedingungen auf Lesbos, aber auch für andere Krisengebiete ideal geeignet.

Wovon unterscheidet sich Dein Alltag von dem eines Architekten im klassischen Planungsbüro?
Im Vergleich zu meinen Erfahrungswerten im Studium und der Arbeit in vielen Architekturbüros sowie meiner Selbständigkeit, fällt mir ein gravierender Unterschied zwischen einem klassischen Planungsbüro und unserem Start-Up nicht auf. Wir haben ein Produkt entworfen, am Material geforscht und es weiterentwickelt, die Kosten kalkuliert und letztendlich ein Prototyp hergestellt. Also ähnelt unser Arbeitsalltag dem Alltag im Architekturbüro.
Der einzige Unterschied resultiert daraus, dass zeltHAUS eine Notunterkunft in Masse und nicht ein architektonisches Einzelstück darstellt.

Was ist das Besondere an Deinem Job?
Als Planer hat man die Gabe seine Umwelt mitzugestalten und einen Teil für die Gesellschaft beizutragen. Das macht für mich besonders den Reiz an der Architektur aus. Dieses Ideal kann ich auch im zeltHAUS verwirklichen. Als interdisziplinäres Team vereint uns die Sinnhaftigkeit in unserem Tun und Handeln. Wir möchten helfen, wo Hilfe notwendig ist. Durch die Unterstützung sozialer Projekte setzen wir unser Wissen und unsere Erfahrung für die Gesellschaft gewinnbringend ein.

Was waren Eure bisher größten Herausforderungen?
Zu Beginn war die Definition des richtigen Materials ein großer Schritt. Es sollte robust, wasserfest, leicht sowie dämmend und dennoch recyclebar sein. Anschließend war und wird weiterhin der Aufbau von Kontakten zu großen Organisationen die größte Herausforderung sein. Glücklicherweise konnten wir inzwischen mit der UNHCR die ersten Gespräche führen und sind deshalb positiv gestimmt.
Zu unserem Glück konnten wir bereits unseren ersten Pilotkunden gewinnen. Diesen werden wir in den kommenden Monaten die ersten zelthäuser in den Regenwald nach Panama liefern. Hier wird unser zeltHAUS unter den härtesten klimatischen Bedingungen weltweit getestet.

Und wo geht es hin – Wo seht Ihr das Projekt in 5 Jahren?
Wir sind ein bekanntes soziales Unternehmen und können unser Ziel „internationale Hilfe schneller und besser zu machen“ realisieren. Mit unserem Know-How möchten wir uns weiteren sozialen Projekten in der Welt widmen.

 

Das Interview führte Leonie Krane.

 

Mehr zu Zelthaus findet ihr auf der Webseite

 

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Titelbild: zeltHAUS
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