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Project Stories #4: A behind the scenes look at architecture by NXT A

Trotz Corona geht der Architektenalltag weiter – Pläne müssen gezeichnet, Abgaben fertiggestellt und Baustellen koordiniert werden. NXT A fragt nach, wie es sich im Home Office anfühlt und welche Projekte anstehen. Frank Flor, Partner bei club L 94 Landschaftsarchitekten in Köln, berichtet über seinen neuen Alltag und worauf er sich nach dem Ausnahmezustand am meisten freut

Ich bin einer von vier Partnern des Büros club L 94 Landschaftsarchitekten aus Köln. Wir feiern (hoffentlich) nächstes Jahr unser 20-Jähriges… Daher freue ich mich, zunächst einen kleinen Artikel zur aktuellen Corona-Situation für ein Netzwerk junger Planer schreiben zu dürfen.

Auch unser Büro hat die Corona-Zeit zunächst ziemlich unvorbereitet getroffen. Vor etwa vier Wochen haben wir innerhalb von einer Woche alle Arbeitsplätze auf Home Office umgestellt. Nachdem die technische Umstellung unerwartet einfach war, nutzen nun etwa zwanzig Mitarbeiter diese Möglichkeit konsequent. Etwa zehn Mitarbeiter arbeiten lieber (natürlich mit Abstand) weiter im Büro. Die Partner halten nach wie vor die Stellung im Büro nach dem Motto „Der Kapitän geht als letzter von Bord“.

Die interne Kommunikation hat etwa eine Woche benötigt, um anzulaufen. Zu viele verschiedene Möglichkeiten der Kommunikation (Telefon, Mail, WhatsApp, Teams, Zoom etc.) haben diese zum Teil schon fast erschwert, da man sich auf die jeweilige Form erst einlassen und dann verständigen musste. Das hat sich mittlerweile aber eingependelt und funktioniert weitestgehend gut.

Aus meinen Formulierungen liest man aber wahrscheinlich dennoch meine andauernde Skepsis zum neuen Büroalltag heraus. Ich benötige den direkten Kontakt zu meinen Mitarbeitern. Das persönliche Gespräch in Kombination mit einer Skizze, der gemeinsame Blick auf den Bildschirm, das Brainstorming zu einem neuen Wettbewerb im Besprechungsraum und vor allem den ein oder anderen Witz zwischendurch vermisse ich sehr. Die Technik kann das nicht ersetzten, bestenfalls nur ergänzen. Home Office ist daher aus meiner Sicht grundsätzlich kein permanentes Arbeitsmodell für unseren Beruf, könnte jedoch anteilig zu einem flexibleren Arbeitsalltag beitragen.

Außerdem vermisse ich die Abwechslung im Büroalltag. Mal einen Tag im Büro, mal eine Dienstreise, mal einen Besuch auf der Baustelle. Heute Skizzen für einen Wettbewerb, morgen eine Präsentation, übermorgen ein Preisgericht… All das macht unseren schönen Beruf aus, und ich freue mich darauf, wenn diesbezüglich wieder ein Stück Normalität eintritt.

Wirtschaftlich wird uns die Corona-Zeit voraussichtlich nicht so stark treffen wie andere Branchen. Da die Projekte derzeit weiterlaufen – wenn auch etwas entschleunigt – haben wir bisher keine Kurzarbeit anmelden müssen. Im Gegenteil, wir suchen auch jetzt noch Mitarbeiter, die uns bei der Vielzahl der Projekte unterstützen. Wir arbeiten weiter kreativ an Wettbewerben, die wahrscheinlich nach der Corona-Zeit alle in einer Woche entschieden werden und dann dringend zum Fördergeber müssen.

Die Planungen der Projekte können wir allerdings zum Teil nur eingeschränkt abstimmen, vor allem mit öffentlichen Bauherren per Videokonferenz, Telefon oder Mail, politische Entscheidungen und Freigaben fehlen. Das heißt, es ist in jeder Beziehung ein Spiel auf Zeit…

Den Wiedereinstieg in die Normalität des Büroalltages (und ich hoffe, dass es diese zu mindestens größtenteils irgendwann wieder geben wird) haben wir noch nicht geplant. Wir sprechen darüber fast täglich in der Partnerschaft und informieren die Mitarbeiter etwa im Zwei-Wochenrhythmus über die aktuelle Situation und unsere Haltung hierzu per Mail.

Zum Autor:

Frank Flor studierte Landschaftsarchitektur in Erfurt. 2001 gründete er gemeinsam mit Jörg Homann, Götz Klose und Burkhard Wegener das Büro für Landschaftsarchitektur Club L 94 in Köln.

Titelbild: Frank Flor bringt das Home ins Office: Im Kölner Landschaftsarchitekturbüro club L 94 halten die vier Partner die Stellung – ganz nach dem Motto „Der Kapitän geht als letzter von Bord“
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