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New Work
27. April 2020

Project Stories #3: A behind the scenes look at architecture by NXT A

Auch im Home Office geht der Architektenalltag weiter – Pläne müssen gezeichnet, Abgaben fertiggestellt und Baustellen koordiniert werden. NXT A fragt nach, wie es sich im Home Office anfühlt und welche Projekte anstehen. Das anonyme Architekturstudio So & So aus Berlin stand kurz davor, ihre Ausstellung zu eröffnen. Doch zur Vernissage kam es wegen der Ausgangsbeschränkungen erst gar nicht. Also digitalisierten die Architekten kurzerhand die Ausstellung
Obwohl wir in diesen Zeiten der Unsicherheit positiv bleiben, ist die Realität der globalen Pandemie nach wie vor schwer zu fassen, da die Zahl der Betroffenen weiter wächst und sich die Rückkehr zum “Business-as-usual” fortwährend um 14 Tage verschiebt.
Die für uns persönlich enttäuschenden Nachrichten kamen alle innerhalb von ein oder zwei Tage. Wir hatten eine Ausstellung in Berlin geplant, die abgesagt wurde, dann in den virtuellen Raum verlegt wurde und schließlich verschoben wurde. Ein Haus, an dem wir in Italien arbeiten, kommt vorübergehend zum Stillstand. Mit der Eröffnung unseres neuen Ateliers und unserer Galerie werden wir warten müssen, bis öffentliche Veranstaltungen wieder stattfinden können. Also, die Ungewissheit scheint der beängstigendste Teil zu sein, aber wir haben gut daran getan, zu versuchen, weiter voranzukommen.
Standbild der digitalen Ausstellung GlogauAir.

Es fiel uns ziemlich einfach unsere physische Installation in einen virtuellen Raum umzuwandeln. Wir hatten ohnehin bereits 3D-Modellierungen angefertigt, um die Installation zu planen. Einzig das Rendern fehlte noch, um unser 3D-Modell in sphärische Bilder zu verwandeln. Außerdem mussten wir die schriftlichen Erklärungstexte einsprechen, um sie als digitale Sprachbox laufen zu lassen. Die digitale Ausstellung zu realisieren war eher enttäuschend als schwierig, insbesondere weil wir die Ausstellung mit der Absicht entwarfen, die Besucher physisch mit der Installation interagieren zu lassen.

Die physische Ausstellung GlogauAir liegt nun verlassen in den menschenleeren Ausstellungsräumen. Bild: So & So Studio

Die Reaktionen auf unsere digitale Arbeit waren recht gut. Allerdings schafft die digitale Schnittstelle (das Internet) eine Trennung zwischen dem „Besucher“ und dem Werk. Wir würden gerne nicht nur die Reichweite des Projekts verstehen, sondern auch wie es auf physische Besucher wirkt und wie sie interagieren würden.

Es macht uns fast traurig, wenn wir daran denken, dass die Installation menschenleer in einer dunklen Galerie steht und darauf wartet, dass die Welt wieder aufwacht. Aber wir bleiben optimistisch, dass wir die physische Ausstellung irgendwann noch beleben können und die digitale Version nur eine Art Teaser für die Realität ist.

Da ein großer Teil der gebauten Welt auf Eis liegt, nehmen wir uns die Zeit, Zeichnungen für ein Haus in Italien sowie eine Geschäftsfassade im Hinterland von New York fertigzustellen. Zusätzlich wollen wir unser Atelier zu renovieren. Denn wir haben fest vor weiter Kunst zu machen und im Sommer einige Ausstellungen in Berlin zu realisieren.

Bleibt also dran!

So & So Atelier

 

Zu den Autoren:

So & So Studio ist ein anonymes Architekturbüro aus Berlin. Die Mitglieder von So & So Studio haben gemeinsam in den USA studiert und sind in Europa gelandet. Ihr Studio wurde zu ihrem Kanal, um Ideen frei zu testen, Kunst und temporäre Räume für sich selbst zu schaffen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht immer der Auftraggeber oder definierte Nutzer – wie er lebt, wie er arbeitet, was seine täglichen Gewohnheiten sind und wie der Raum genutzt werden soll.

Titelbild: Das Architekturkollektiv aus Berlin bleibt auch im Home Office anonym. Foto: So&So
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