Become a member
← Alle Artikel
Arts & Culture
15. Juni 2020

Paola Malavassi wird Gründungsdirektorin des Museums „Minsk“ in Postdam

Es ist Hasso Plattners neuester Coup: Das Museum „Minsk“ in Potsdam. Die Stiftung des SAP-Aufsichtsrats saniert das marode Terrassenrestaurant  „Minsk“ als Unikat der DDR-Architektur – und baut es zu einem Museum für Kunst aus Ostdeutschland um. Gründungsdirektorin wird Paola Malavassi. Seit 2016 leitet sie die Berliner Dependance der Julia Stoschek Collection

Potsdam baut aktuell das „Minsk“, ein Restaurant aus DDR-Zeiten, zu einem Museum für Gegenwartskunst um, privat finanziert durch die Stiftung des IT-Unternehmers Hasso Plattner. Dass der Kunstmäzen das Gebäude saniert, ist Teil einer Wiederentdeckung der DDR-Architektur. Das flache, terrassenartige Gebäude am Bauhausberg, von dem man eine traumhafte Sicht auf Potsdam hat, war verwahrlost und von Abriss bedroht. Jetzt werden die Gebäudehülle samt Glashalle und die Gartenanlagen orginialgetreu restauriert. Nach der umfassenden Gebäudesanierung steht eine Ausstellungsfläche von insgesamt 900 Quadratmetern auf zwei Ebenen zur Verfügung. Seit Anfang Januar sind die Bauarbeiten am Brauhausberg in vollem Gange. Als ersten musste  asbesthaltiges Material beseitigt und die Flächen entkernt werden, erklärte die Stiftung. Der Entwurf stammte von den Architekten Karl-Heinz Birkholz und Wolfgang Müller. Geplant wurde das Haus Ende der 1960er Jahre. An der Gestaltung des Restaurants war ein Künstlerkollektiv aus Minsk beteiligt. Die sichtbarste Verbindung zu weißrussischen Hauptstadt bildete einst das Stadtwappen als Leuchtreklame an der Außenfassade. Das „Minsk“ soll eine Brücke zwischen der Kunst der ehemaligen DDR und der jüngeren zeitgenössischen Kunst schlagen: Gezeigt wird dort DDR-Kunst – sowohl die Sammlung des SAP-Aufsichtsrats als auch Leihgaben. Die Eröffnung ist für Herbst 2021 geplant.

Gründungsdirektorin des „Minsk“ wird Paola Malavassi. Die Kunsthistorikerin mit costaricanischen Wurzeln tritt ihr Amt im August 2020 an. Malavassi, Jahrgang 1978, studierte in Heidelberg Kunstgeschichte und Philosophie. Seit 2016 leitet sie die Berliner Dependance der Julia Stoschek Collection. Zuvor, von 2005 bis 2011, war sie im Museum Ludwig in Köln als Assistentin von Kasper König tätig. „Das Terrassenrestaurant ‚Minsk‘ war früher ein beliebter Ort der Begegnung und des Gedankenaustausches – und genau das soll es auch wieder werden. Zugleich sollte es ein Ort sein, an dem die Geschichte der DDR-Kunst verhandelt wird, auch die der Unterdrückung und Zensur, so Paola Malavassi. „Die Möglichkeit zur Entwicklung und Mitgestaltung der. Außerdem soll es um die drängenden Fragen der Gegenwart gehen und ihren Ausdruck in der zeitgenössischen Kunst“ inhaltlichen, strategischen und organisatorischen Ausrichtung einer neuen Institution ist eine einmalige Gelegenheit.“ 

Text: Ute Strimmer

Paola Malavassi, Gründungsdirektorin des Museums „Minsk“ in Postdam. Foto: Felix Hauke