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02. März 2021

Ordnung ist die halbe Arbeit: Strategien fürs Homeoffice

In den eigenen vier Wänden ist es dieser Tage nicht leicht, den Corona- und Winter-Blues in Schach zu halten. Umso mehr macht es Sinn, sich auf die kleinen Freiheiten zu konzentrieren, die das Homeoffice bietet

Von diesen Freiheiten gibt es durchaus einige: Da der Weg zum Büro wegfällt, schellt der Wecker später. Anders als im Großraumbüro lassen sich zwischendurch eine Runde Yoga oder ein paar Liegestützen einbauen. Wer keine Onlinetermine hat, kann die Mittagssonne (wenn sie scheint) zu einem Spaziergang nutzen und die Arbeit nachholen, wenn es dunkelt.

Bequemere Kleidung ist möglich, zumindest außerhalb des für die Kamera sichtbaren Bereichs. Oben elegante Bluse, unten Jogginghose. High Heels und Nylons bleiben im Kleiderschrank. Diese Option regt unter Kolleg*innen gerne mal die Fantasie an. Was Chef oder Chefin wohl unterhalb der Schreibtischkante tragen? Welche Freude, falls sich einmal Bärchenpantoffeln zeigen oder eine Frotteeschlafanzughose zum Jackett.

Die Coronakrise ist ein guter Anlass, das häusliche Arbeitsumfeld zu optimieren. Etwa durch den Kauf oder die Miete eines ergonomischen Schreibtischstuhls und eines großen Bildschirms. Auch ein schönes Ambiente – sei es eher hyyge oder minimalistisch – macht die Arbeit angenehmer. Der frische, bewusste Blick auf ein vormals kaum beachtetes Bild kann der Kreativität neue Flügel verleihen.

Wichtig ist vor allem, den Arbeitsplatz nicht zu überladen und abends leerzuräumen. Wenn Laptop und Aktenordner über Nacht in einem geschlossenen Schrank verschwinden, ist das durchaus befreiend, ganz nach der Devise: Arbeitest Du noch oder wohnst Du wieder?

Anders als beim funktionalen Arbeitsplatz im Büro ist das Zuhause voll mit persönlichen Gegenständen, die nur allzu gerne ablenken. Ein möglichst klares Umfeld ist daher wichtig: Also das Geschirr unmittelbar nach dem Essen abräumen und und herumliegende Kleider oder Bücher im Schrank verstauen. So fällt die Konzentration leichter. Außerdem gerät der Körper in Bewegung.

Apropos Bewegung: Wer den ganzen Tag am Computer sitzt, braucht den körperlichen Ausgleich. Im Internet gibt es reihenweise Anleitungen für Rücken- und Bauchübungen. Auch ein ergonomischer Stuhl trägt dazu bei, Rückenschmerzen zu vermeiden. Aber bereits die Investition in ein orthopädisches Keilkissen sorgt für Entlastung: Es unterstützt die Wirbelsäule und garantiert einen geraden Sitz. Wer das Fitnesscenter schmerzlich vermisst, sollte über den Kauf eines Heimtrainers nachdenken. Und auch der gute Waldlauf oder einfach ein Spaziergang feiern derzeit ihre Wiedergeburt. Zumal Spaziergänge eine Chance bieten, sich mit Freunden und Kolleg*innen zu treffen. Ganz analog.

Wer abends abschalten möchte, ist gut beraten, wenn der Schreibtisch mit dem Rücken zum Bett steht. Auch ein Paravent kann Inseln schaffen. Und wenn es eine Alternative gibt, ist von der Arbeit im Schlafzimmer abzuraten: Sie verfolgt einen sonst leicht in den Schlaf.

Wenn mehrere Personen eine Wohnung teilen, sind Rücksicht und Kommunikation das A und O. Am besten kündet man rechtzeitig an, wann die Online-Konferenz stattfindet und die Familie nicht ins Zimmer platzen darf. Der Tag braucht eine Struktur. Regelmäßige Rituale tragen dazu bei, dass kann schon die gemeinsame Zubereitung des Mittagessens sein.

Warum nicht – zumindest kulinarisch – auf Reisen gehen und etwa persische oder böhmische Rezepte ausprobieren? Soulfood in Gesellschafft kann in Sachen Stimmung Wunder wirken. Und auch mit der Familie oder der WG empfiehlt sich die gemeinsame Bewegung: Sei es bei Aerobic vor dem Bildschirm oder beim Flanieren um den Block.

Gemeinsame Qualitätszeit ist gerade in Zeiten des Social Distancing überaus wichtig. Mindestens genauso wichtig aber ist das Alleinsein. Jeder sollte sich – und anderen – möglichst kleine Auszeiten gönnen. Last not least: Bisweilen mal die Jogginghose gegen ein edleres Kleidungsstück eintauschen – dem Partner zuliebe und auch dem Postboten.

Text: Inge Pett

Im Homeoffice verschwimmt das Arbeitsleben mit dem privaten Raum. Gerade daher ist es ratsam, sich auf die kleinen Freiheiten zu konzentrieren. Foto: Unsplash
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