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Arts & Culture
14. Juli 2021

Kunsthaus Zürich formuliert ein künstlerisches Plädoyer zum Schutz der Erde

Mit der Ausstellung «Earth Beats» (9. Oktober 2021 bis 6. Februar 2022) und der ihr vorgelagerten Veranstaltungsreihe «Earth Talks» (19. August bis 23. September 2021) greift das Kunsthaus Zürich die Debatte um den Klimawandel auf. Historisch und gegenwartsbezogen, mit Kunst vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, zeigt die Ausstellung, wie die Natur und die von Menschen vorgenommenen Eingriffe darin Künstler:innen zum Schaffen antreiben. Zukunftsweisend und interdisziplinär sind die «Earth Talks» angelegt

EARTH BEATS. Naturbild im Wandel

«Earth Beats» ist ein künstlerisches Plädoyer zum Schutz der Erde und ihrer natürlichen Ressourcen, erwachsen aus der Dringlichkeit der Gegenwart. Die Natur ist über die Landschaftsmalerei fest in der Kunstgeschichte verankert. Während wir ihr in Werken vergangener Jahrhunderte weitgehend als idyllische Szenerie begegnen, tritt sie seit den 1970er-Jahren immer deutlicher als durch Menschenhand bedrohte und gleichzeitig schützenswerte Instanz auf. Was sehen wir im Gemälde einer Moorlandschaft von Robert Zünd, was er nicht sah? Und schätzen wir auch den dokumentarischen Wert einer farbigen Gletschermalerei aus der Zeit vor der Fotografie? Die Ausstellung zeichnet die künstlerische Auseinandersetzung mit dem «Blauen Planeten» und seiner Verletzlichkeit nach. Die ideengeschichtliche Entwicklung spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie zukunftsorientierte Szenarien der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.

Die rund 120 Werke sind von Joseph Beuys, Ursula Biemann, Nomin Bold, Laurence Bonvin, Herbert Brandl, Julian Charrière, Anna Jermolaewa, Ruth Kaaserer, Armin Linke und Giulia Bruno, Ana Mendieta, Uriel Orlow/Mikhail Karikis, Katie Paterson, Oliver Ressler, Félix Vallotton u. a.
Die Kuratorinnen Sandra Gianfreda und Cathérine Hug haben Werke aus der Kunsthaus-Sammlung und Leihgaben, ausgehend von den Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer, in einem assoziativen Parcours versammelt, der sich nicht auf den Chipperfield-Bau des Kunsthauses beschränkt, sondern über die von Olafur Eliasson mit Kunst gestaltete Passage und den «Olivestone» von Joseph Beuys im Müller-Bau bis ins Herz des Moser-Baus führt und in einem «Gletscherraum» endet.

EARTH TALKS

Im Vorfeld der Ausstellung lädt das Kunsthaus zur interdisziplinären Veranstaltungsreihe «Earth Talks» im neuen Garten bzw. im neuen Festsaal ein. Namhafte internationale Vertreterinnen aus den Bereichen Klimaforschung, Forstwissenschaft, Wirtschaft, Städtebau, Mobilitätsforschung, Technologie und Philosophie sowie aus dem kritisch engagierten Film und der Literatur debattieren über Fragen von Naturschutz und Nachhaltigkeit. Dabei stehen Wissensproduktion und das Erforschen konkreter Lösungsansätze im Mittelpunkt. Das Publikum wird aktiv einbezogen, die Events im Livestream übertragen.

Überblick über das Programm

«Was auf dem Spiel steht» – Talk
Do, 19. August 2021, 18.30–20 Uhr
Können wissenschaftliche Erkenntnisse zur Umsetzung ökologischer Massnahmen auf politischer Ebene führen? Wo liegen erfolgsversprechende Innovationspotenziale? Welche Bedeutung spielt die internationale Vernetzung?
Mit Philipp Blom (Bestseller-Autor, Wien), Hanna Fischer (Klimaaktivistin, Zürich), Matthias Bachmann (Klimafinanzierung, EDA/DEZA), Philipp Furler (ETH-Ingenieur und CTO Synhelion, Lugano). Moderation Marguerite Meyer.

Oszilot – Experimentelle Klangwelten
Sa, 28. August 2021, 20–21.30 Uhr
«Oszilot» ist eine Mischung aus Soundinstallation und Musik-Performance. «Oszillierende», pendelnde Alltagsgegenstände und sinnliche Naturobjekte werden zum Erklingen gebracht. Mit Luc Gut und Rolf Hellat.

«Green Living» – Talk
Mi, 1. September 2021, 18.30–20 Uhr
Geht konsumgetriebener Lifestyle nur auf Kosten der Umwelt? Die Bekleidungsindustrie verursacht mehr Emissionen als Flüge und Schifffahrt zusammen. Jetzt findet ein Umdenken bei Produzenten und Verbrauchern statt.
Mit Stephanie Hess (Autorin von «Ökologisch! Fakten, Wissen, Tipps»), Fred Frohofer (Fazilitator für neue Lebensformen), Kilian Wiget (Gründer des Streetware-Labels ZRCL). Moderation Hanna Wick.
«Essbare Stadt» – Koch-Event mit Pflanzensammeln
So, 5. September 2021, 16–22 Uhr
Seit 1984 verändert Maurice Maggi das Stadtbild von Zürich mit seinen «Blumengraffitis». Er ist gelernter Landschaftsgärtner, Wildpflanzenkenner und Koch. An diesem Anlass werden wilde und essbare Pflanzen in der Umgebung des Kunsthaus Zürich sowie im eigens dafür angelegten «Naschgarten» gesammelt und anschliessend zu einem feinen Abendessen zubereitet.
Limitierte Platzzahl für den Rundgang; Teilnahme am Abendessen auch ohne Rundgang möglich.

«Das Klima-Quartett» – Talk mit Bestsellerautorin
Di, 7. September 2021, 18.30–20 Uhr
Maja Lunde ist eine norwegische Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Mit ihrem ersten Roman «Die Geschichte der Bienen» (2015) sorgte sie weltweit für Furore. Im Gespräch mit Gesa Schneider, Leiterin des Literaturhaus Zürich, wird die Bestsellerautorin über die Hinter- und Beweggründe ihres «Klima-Quartetts» sprechen. Auszüge aus ihren Romanen werden auf Deutsch vorgelesen.
In englischer Sprache. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zürich.

«Intelligente Natur und indigenes Wissen» – Talk
Di, 14. September 2021, 18.30–20 Uhr
Bäume, Pflanzen, Pilze, Insekten und Tiere: sie alle kommunizieren miteinander und haben im Laufe der Evolution gelernt, symbiotisch miteinander zu leben. Im Gegensatz zu den Menschen der Industrieländer, haben indigene Völker das Wissen um die Intelligenz der Natur nie vernachlässigt. Unsere Gäste tauschen sich über das Potenzial dieses wiederentdeckten Erfahrungsschatzes aus. Mit Ursula Biemann (Videokünstlerin), Andreas Weber (Biologe, Philosoph und Autor von «Indigenialität»), Doris Ragettli, (Mitbegründerin von «Rights of Mother Earth»).

«The Great Green Wall» – Filmpremiere und Talk
So, 19. September 2021, Talk 18–19.15 Uhr, Film 19.30–21 Uhr
2019 erschien der Dokumentarfilm «The Great Green Wall» über eine der spektakulärsten Initiativen gegen die Verwüstung der Sahelzone. Coproduziert wurde er vom Journalisten und Unternehmer Claude Grunitzky. Er war stellvertretender Chefredaktor des Kultmagazins «Dazed & Confused» und kooperierte mit Showbusiness-Grössen wie Spike Lee und Rihanna. 2015 rief er das Mediennetzwerk «True Africa» und 2021 die «True Africa University» ins Leben. Auf das Gespräch folgt die Premiere von «The Great Green Wall» in Zürich. Moderation Barbara Bleisch. In englischer Sprache.
«Wirtschaftskrisen und Perspektiven» – Talk
Do, 23. September, 18–19.30 Uhr
Wirtschaftskrisen ziehen wiederkehrend unsere global vernetzte Welt in Mitleidenschaft: 1929, 1973, 2008 und jüngst 2020 sind Jahre, die wir mit Krisen assoziieren. Statt über düstere Szenarien soll auf diesem Podium über konkrete Erfahrungen und Lösungsansätze nachgedacht und debattiert werden. Mit Aymo Brunetti (Professor für Wirtschaftspolitik und Regionalökonomie, Universität Bern), Walter B. Kielholz (vormals Chairman Swiss Re/Präsident Zürcher Kunstgesellschaft), Christin Severin (Wirtschaftswissenschaftlerin, Redakteurin Neue Zürcher Zeitung), Maximilian Stern, (Projektleiter Smart City, Co-Founder von Foraus, Staatslabor und Operation Libero). Moderation Cathérine Hug.

Kurzfristige Programmänderungen vorbehalten. Weitere Informationen und Tickets: www.kunsthaus.ch/agenda.

 

Francesca Gabbiani, Mutation V (c), 2020 Tinte, Gouache und farbiges Papier auf Papier, 31,7 x 38,1 cm Courtesy of the artist, Innen Space Zurich, and Monica de Cardenas Gallery © Francesca Gabbiani
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