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Arts & Culture
04. Juni 2021

Kunsthaus Göttingen eröffnet im Juni

Die New Yorkerin Roni Horn eröffnet am 4. Juni das neue Ausstellungshaus für Arbeiten auf Papier, Fotografie und neue Medien des Kunsthaus Göttingens mit der Ausstellung „You are the Weather“

Das Kunsthaus Göttingen ist Teil des Kunstquartier Göttingen, zu dem bereits heute u.a. das Günther-Grass-Archiv, das Büro des Göttinger Literaturherbstes, künstlerische Werkstätten und eine Kunstgalerie zählen. Dieses Projekt haben die Stadt und der Verleger Gerhard Steidl bereits seit 2008 verfolgt. Konzipiert hat den Bau das Architektenbüro Atelier ST aus Leipzig, das seit 2005 von Silvia Schellenber-Thaut und Sebastian Thaut geführt wird. Die Schwerpunkte ihrer Projekte liegen auf Kunst- und Kulturbauten sowie Wohnhäusern.

Ihre Arbeiten sind geprägt vom Spiel mit Sehgewohnheiten. Das vermeintlich Vertraute übersetzen sie in eine eigenständige, zeitgenössische Architektur. So ist es ihnen auch gelungen, das Kunsthaus harmonisch in die Fachwerkarchitektur der Düsteren Straße einzubetten. Die Eröffnung des Kunsthauses verspricht eine weitere Belebung der Göttinger Kulturlandschaft und ist ein wichtiger Schritt in der Quartiersentwicklung hin zu einem lebendigen Stadtzentrum. Vor Jahren noch als „Sanierungsgebiet“ bezeichnet, bietet sich das Quartier Einheimischen und auswärtigen Besucher:innen jetzt als lebendiger Treffpunkt an.

Pandemiebedingt verzögerte sich die Eröffnung. Zwischendurch gab es jedoch bereits sogenannte „Testläufe“, wie zuletzt von dem französischen Dokumentar-Fotograf und Fotojournalist Gilles Peress „Whatever You Say, Say Nothing“. Eine Ausstellung, die sich aus einem gemeinsamen Buchprojekt mit Gerd Steidl entwickelt hatte und den Nordirlandkonflikt eindrucksvoll in Szene setzt. Doch am 4. Juni ist es nun so weit: Die New Yorkerin Roni Horn  eröffnet das Kunsthaus mit der Ausstellung: „You are the Weather“ sowie einem umfangreichen Begleitprogramm.

Horn lebt und arbeitet heute in New York und Island, sie konzipiert innovative und hoch poetische Arbeiten, die sich oftmals mit der Wandlungsfähigkeit von Identitäten, der Instabilität von Ort und Zeit sowie Formen und Sprache befassen. In alle Arbeiten sind Worte, Sätze oder auch Titel einbezogen – Sprache und Bezüge zur Literatur sind ein wesentlicher Aspekt ihres Werkes. Die Ausstellung im Kunsthaus Göttingen gibt nun in einer umfassenden Einzelausstellung einen Einblick in ihr vielfältiges künstlerisches Schaffen. Auf drei Ebbenen werden exemplarisch für den Fokus des Hauses – Arbeiten auf Papier – Fotografien, Zeichnungen und Buchkunst aus Horns Œuvre gezeigt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themenkomplexe “Wetter und Wasser”, “Bewusstsein und Wahrnehmung”, sowie das Verhältnis zwischen Sinnlichkeit und Sprache.

In enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Künstler:innen werden jährlich vier Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst gezeigt, die Zeichnungen, Druck, Buch- und Plakatkunst sowie Fotografie und Video präsentieren. Zu jeder Ausstellung ist ein vielfältiges Begleitprogramm vorgesehen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Das Kunstquartier bietet eine Vielzahl an öffentlichen Räumen für weitere Veranstaltungen, Kunstperformances und Ausstellungen.

„Über die Ausstellung internationaler Kunst hinaus versteht sich das Kunsthaus Göttingen als Ort für Bildung, Vermittlung und Interaktion mit Kunst“ sagt Gerhard Steidl, Gründungsdirektor. Bei der Ausstellungsplanung und -konzeption steht die enge Zusammenarbeit mit der Kuratorin Ute Eskildsen und den Künstler:innen selbst im Vordergrund, die damit nicht nur eine Bühne für ihre Arbeiten, sondern auch die Chance für Neuproduktionen, Kooperationen und interaktive Projekte bekommen.

Installationsansicht Kunsthaus Göttingen. Foto: Courtesy Kunsthaus Göttingen
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