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Sustainability
01. September 2020

Kopenhagens Landgewinnung

Wer kein Platz mehr an Land hat, weicht aufs Wasser aus: Holmene ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kommunen Kopenhagen und Hvidovre sowie Public Private Partnerships. Neun künstliche Inseln für die Geschäftswelt, für Tiere und Pflanzen

Die dänische Regierung kündigt an, dass Kopenhagen um den Stadtteil Lynettenholmen – eine künstliche Insel – erweitert wird. Lynettenholmen ist direkt in Kopenhagens Hafeneinfahrt gelegen. Nun sind neun weitere künstliche Inseln geplant – die sogenannten Holmene. Sie sollen bis 2040 im Einzugsgebiet Kopenhagens errichtet werden. Die kleinen Inselchen werden Dänemarks Stromversorgung auf nachhaltige Weise sichern und gleichzeitig als Hochwasserschutz fungieren. Die Grundsteinlegung ist für das Jahr 2022 geplant.

Die Holmene werden in Erweiterung des derzeitigen Avedøre Holme mit überschüssiger Erde aus Bauprojekten der Region angelegt. Die erste Insel soll bereits nach sechs Jahren fertiggestellt sein. Darüber hinaus wird ein hochmodernes Business-Viertel entstehen. Der Schwerpunkt dieses Viertels liegt auf Nachhaltigkeit, weshalb Dänemarks Politiker gerne von einem „grünen Silicon Valley Europas“ sprechen. Der neue Business District verbinde großes Geschäftspotenzial mit hohen Umweltstandards, so Helle Adelborg, Bürgermeisterin von Hvidovre. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen den Kommunen Kopenhagen und Hvidovre sowie Pensionsfonds in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public Private Partnership).

Bis in die 1960er Jahre bestand das Gebiet Avedøre Holme aus kleinen Inseln, Teichen und wilder Natur. Nachdem es trockengelegt wurde, entstand eines der größten Geschäftsviertel in Kopenhagen. Durch die Wiederherstellung der grünen Landschaft und die Erweiterung der neun Inseln wird Holmene auf 700.000 m² eine neue Naturlandschaft in Stadtnähe sowie 17 Kilometer neue Küstenlinie bieten. Zusätzlich werden 18 Kilometer Radwege gebaut. Das grüne Business District wird eine Fläche von 3,1 Millionen Quadratmeter haben – Platz für rund 380 neue Unternehmen. Das Viertel soll in Cluster strukturiert und organisiert werden – alle sollen von innovativen Verkehrslösungen profitieren.

Holmene ist ein „Natur-Plus“-Projekt, das nach seiner Fertigstellung erheblich mehr Naturgebiete schafft als derzeit vorhanden sind. „Mit Holmene schaffen wir ein lebendiges, neues Umfeld für die Geschäftswelt, die Tiere und Pflanzen. Dieses Juwel bietet Naturerfahrung und wird der grüne Wachstumsmotor des Großraums Kopenhagen.“, sagt Helle Adelborg. Denn das Projekt umfasst ebenfalls den Bau eines Aussichtsturms zur Beobachtung von Tieren, Meeresgebiete mit Lehrpfaden für Schulklassen, Meeresgärten sowie einen Strand. Dieser wird ein großes Freizeitangebot für die Bevölkerung aus dem Kopenhagener Großraum bieten.

Text: Valentina Grossmann

Titelbild: Vision Kopenhagen 2040: Im Vordergrund die neun Inseln des Holmenen-Projekts. Foto: Urban Power