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Architecture
07. Mai 2021

Kegelbahn Wülknitz

Der Architekturpreis „max40“ wurde im Februar 2021 zum ersten Mal gemeinsam von den acht BDA-Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben. NXT A stellt die sechs Preisträger:innen und ihre Projekte vor. Die beiden gebürtigen Tübinger Jan Keinath und Fabian Onneken vom Büro KO/OK konnten die Jury mit ihrem Projekt „Kegelbahn Wülknitz“ überzeugen

Der nicht dotierte Förderpreis „max40“ soll Aufmerksamkeit für die Architekturqualität junger Büros schaffen, indem er ihre Beiträge öffentlich zur Diskussion stellt und aufzeigt, welche Potenziale ungenutzt bleiben, wenn junge Architekt:innen keine Unterstützung erhalten. Der Architekturpreis wurde im Februar 2021 zum ersten Mal gemeinsam von den acht BDA-Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben. Die Auszeichnung richtet sich an in der Kammer eingetragene Architekt:innen, die in einem der acht Bundesländer tätig sind und am 1. Januar 2021 das 41. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Zu den Preisträger:innen des diesjährigen „max40“ Preises gehört das Architekturbüro KO/OK Architektur. Die beiden gebürtigen Tübinger und Kommilitonen an der Bauhaus-Universität Weimar Jan Keinath und Fabian Onneken haben ihr Büro KO/OK 2016 gegründet, heute mit Hauptsitz in Leipzig und einer Dependance in Stuttgart.

Von großer Sensibilität für die Rahmenbedingungen zeugt die eher ungewöhnliche Bauaufgabe einer Kegelbahn, die das junge Büro KO/OK in der kleinen sächsischen Gemeinde Wülknitz (zwischen Leipzig und Dresden gelegen) realisierte. Am Rand der Ortschaft nutzte der lokale Sport- und Kegelverein bis 2015 zwei alte Baracken, die nicht mehr zeitgemäß waren: Ein Neubau wurde ausgelobt.

Den Zuschlag bekamen das damals nur wenige Monate alte Büro KO/OK (heute mit Hauptsitz in Leipzig und Dependance in Stuttgart), das die beiden gebürtigen Tübinger – und Kommilitonen an der Bauhaus-Universität Weimar – Jan Keinath und Fabian Onneken im Jahr 2016 gegründet haben. Ihr kubischer Bau aus Holz, in einem Zwischenland von Bahnhof und altem Dorfkern gelegen, verdichtet und belebt heute die dünn bebaute Ortsmitte.

Das Herzstück des eingeschossigen Gebäudes ist die wettkampftaugliche Kegelanlage mit vier Bahnen, um die ein großzügiger und multifunktionaler Aufenthaltsbereich mit Bar und Küche organisiert ist. Trotz sehr knappen Budgets haben die Architekten – die bei der Planung alles auf das Wesentliche reduzierten – hier ein einfaches und überzeugendes architektonisches Konzept verwirklicht: Es beeindruckt mit einer effizienten Konstruktion aus größtenteils vorgefertigten Elementen.

Ein puristischer Holzbau entstand, der mit in Köcherfundamenten eingespannten Stützen und einer unbewehrten Bodenplatte einfachsten Lösungen aus dem industriellen Hallenbau entlehnt ist. Das Gebäude mit seiner hinterlüfteten, sägerauen und graulasierten Fassade aus Lärchenholz tritt ganz unaufgeregt und dennoch markant in Erscheinung. Die großflächigen, bodenhohen Fenster sowie vertikale Lisenen geben der Fassade Struktur und machen den Bau bei aller Einfachheit durch das Spiel mit den Proportionen lebendig. Das gilt ebenso für die Gestaltung der Innenräume: Hier sorgen farbige Linoleumböden und Zugangstüren für eine Akzentuierung im ansonsten schnörkellosen und zurückhaltenden Raumbild – ein geringes Budget ist also kein Hindernis für Qualität.

Text: Ute Strimmer

Trotz des knappen Budgets: ein überzeugendes Sportgebäude aus Holz. Foto: Simon Menges
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