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Arts & Culture
03. November 2020

Helmut Newton’s Baby SUMO

Er war einer der populärsten Fotografen des letzten Jahrhunderts: Helmut Newton. Anlässlich seines 100. Geburtstags – er jährte sich Ende Oktober – präsentiert der Taschen-Verlag jetzt eine Neuauflage von „Helmut Newton Sumo“. Das Projekt zählt wohl zu den spektakulärsten und teuersten Fotobuchproduktionen aller Zeiten. Auch diesmal hat wieder der französische Designer und Architekt Philippe Starck den Buchständer für die Publikation designt

Helmut Newton zählte zu den herausragenden Fotografen des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er am 31. Oktober 1920 in Berlin als Sohn eines jüdischen Knopffabrikanten und einer Amerikanerin. 1936 begann er eine Fotografenlehre bei der Porträt-, Akt- und Modefotografin Yva in Charlottenburg, zwei Jahre später floh er aus Deutschland über Singapur nach Australien mit zwei Kameras im Gepäck. 1956 kehrt der Modefotograf nach Europa zurück. Seinen internationalen Durchbruch hatte er 1961 mit Aufnahmen für das französische Modemagazin „Vogue“. Newtons Markenzeichen: kühle wie intelligente Inszenierungen. Mit Tagesgagen bis zu 100.000 Mark galt er in den 1980er Jahren als der teuerste Fotograf der Welt.

Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigte die Neue Nationalgalerie in Berlin eine große Retrospektive mit Folgestationen in London, New York, Tokio, Moskau und Prag. Mehr als 1000 Foto-Arbeiten aus seinem umfangreichen Archiv übergab er kurz vor seinem Unfalltod im Jahr 2004 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Sein umfangreiches Werk wird dort seitdem in Wechsel-Ausstellungen in der posthum eröffneten Helmut Newton Foundation gezeigt.

Im Jahr 2000 kam mit „Helmut Newton SUMO“ das wohl spektakulärste und teuerste Fotobuchprojekt aller Zeiten auf den Buchmarkt. Der Kölner Verleger Benedikt Taschen hatte damals Helmut Newton überzeugt, ein gigantisches Buch in einer Auflage von 10. 000 Exemplaren zu produzieren: Es wog über 35 Kilo und jedes einzelne Exemplar war nummeriert und vom Fotografen signiert. Der französische Designer und Architekt Philippe Starck gestaltete für die Publikation sogar einen eigenen Buchständer. „Helmut Newton SUMO“ war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und stieg schnell im Wert. Das Exemplar Nr. 1, das zudem von über 100 der im Buch abgebildeten Persönlichkeiten signiert war, erlöste bei einer Auktion im April 2000 einen Preis von damals 620.000 DM (etwa 310.000 Euro) und brach damit den Rekord für das teuerste, im 20. Jahrhundert veröffentlichte Buch. Heute finden sich einzelne Exemplare in internationalen Museumssammlungen (z. B. im MoMA, New York).

Das „Baby SUMO“ entspricht dem Original, ist dabei aber halb so groß: Limitiert auf 10.000 Exemplare, mit mehr als 400 Fotos sowie einer Dokumentation der Entstehungsgeschichte des monumentalen Buches. Auch hier hat wieder Philippe Starck den Buchständer designt, diesmal mit Sockel und damit etwas kleiner und preisgünstiger.

Tipp: Neben dem „Baby SUMO“ ist außerdem zum 20. Jubiläum von „Helmut Newton SUMO“ die von Newtons Frau June überarbeitete Ausgabe „Helmut Newton XL“ erschienen. Das Buch enthält alle knapp 500 Bilder des Originals sowie ein neues Beiheft, das die Entstehungsgeschichte von „SUMO“ dokumentiert – eine handliche Hommage an den großen Fotografen.

Und für die Berliner unter Euch – anlässlich des Charlottenwalks am Samstag, 7. November 2020, seid Ihr von 12 bis 18 Uhr im Berliner Taschen Store (Schlüterstr. 39, 10629 Berlin) herzlich willkommen! Die Buchpräsentation findet selbstverständlich unter strenger Einhaltung der AHA-Regeln statt.

Text: Mandana Bender

Foto: Sigourney Weaver fotografierte Helmut Newton 1983 in Los Angeles. Die Arbeit ist aktuell in der Ausstellung „America 1970/80s“ in der Helmut Newton Foundation zu sehen. Foto: Helmut Newton Estate / Helmut Newton Foundation
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