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Architecture
08. April 2021

Francis Kéré erhält Jefferson-Medaille

Der burkinische Architekt Francis Kéré, Gründer des Berliner Architekturbüros Kéré Architecture, wird mit der Thomas Jefferson Foundation Medal in Architecture 2021 ausgezeichnet

Die amerikanische Jefferson Foundation und die University of Virginia würdigen Francis Kéré mit der Thomas Jefferson-Medaille. Mit dieser Auszeichnung, die seit 1966 vergeben wird, reiht Kéré sich unter klangvolle Namen der Architektur ein – in den letzten Jahren etwa Marion Weiss und Michael Manfredi, Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa, David Adjaye, Yvonne Farrell und Shelly McNamara, Cecil Balmond, Herman Hertzberger, Toyo Ito, Laurie Olin und Rafael Moneo.

Der Architekt aus Burkina Faso absolvierte in Deutschland eine Tischlerausbildung und studierte Architektur an der Technischen Universität Berlin. Noch während des Studiums gründete er den Verein „Schulbausteine für Gando e.V.“, später Kéré Foundation e.V., um den Bau einer Grundschule in seinem Heimatort zu finanzieren. Die Gando-Grundschule wurde schließlich sein Diplomprojekt. Kurz nach Abschluss des Studiums gründete er sein eigenes Studio Kéré Architecture in Berlin, das heute von Berlin und Burkina Faso aus tätig ist. Bereits für dieses erste Gebäude erhielt Kéré den renommierten Aga Khan Award for Architecture, wobei vor allem die Bautechniken, das eingesetzte Handwerk und die Zusammenarbeit mit der Dorfbevölkerung von Gando lobend erwähnt wurden.

Francis Kéré entwickelte sich zu einem der bedeutendsten zeitgenössischen Architekten. Er steht für ein Verständnis von Architektur, das auf die Unterstützung von Gemeinschaften ausgerichtet ist. Seine Bauweisen, der Einsatz von nachhaltigen Materialien und die Einbeziehung der jeweiligen Kommunen brachten ihm hohe Anerkennung innerhalb der Branche. In den Projekten von Kéré Architecture spiegelt sich immer eine Neugier für die Besonderheiten des Ortes und die soziale Struktur wider. Die Möglichkeiten und Kraft der Architektur sollen für alle verfügbar gemacht werden. Dabei setzt er unter anderem auf lokale Baustoffe wie Lehm und den Gegebenheiten vor Ort.

Zu seinen bekanntesten Bauwerken zählen die Nationalversammlung von Burkina Faso in Ouagadougou, das Surgical Clinic & Health Centre (2014) in Léo, die IT-Universität sowie die Lycée Schorge Secondary School (2016) in Koudougou – alle drei in Burkina Faso. Zudem bemerkenswert sind der Serpentine Pavilion in London (2017) und das Xylem, ein Pavillon für das Tippet Rise Art Center in Fishtail (2019, Montana, USA). Kérés Projekte zeugen von ökologischer, sozialer und kultureller Widerstandsfähigkeit. Es ist Architektur, die das Leben in Gemeinschaften verbessert und somit dem Gemeinwohl dient.

Die Preisverleihung wird auch in diesem Jahr als Online-Event stattfinden.

Text: Valentina Grossmann

Francis Kéré erhält die Thomas Jefferson Foundation Medal 2021. Foto: Astrid Eckert
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