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Architecture
21. Februar 2020

Eine perfekte Symbiose

Kommt ein Museum in den alten Berliner Flughafen Tempelhof? Das Berliner Technikmuseum möchte den Hangar 6 als Dependance für die Präsentation seiner Luftfahrtsammlung nutzen. Der Senat muss aber erst noch einen Gesamtplan entwickeln

Die Mehrheit der historischen Flugzeuge und Devotionalien des Luftverkehrs verstauben zurzeit im Depot. Dirk Böndel, Chef des Berliner Technikmuseums, möchte das ändern, zumal auch das Alliierten-Museum für den Hangar 7 einen Umzug aus Dahlem plant. Sollte der Bund diesem Projekt zustimmen, ließen sich Flieger aus der frühen Epoche des Luftverkehrs, als Lufthansa oder der DDR-Interflug ihre Blütezeit erlebten, in direkter Nachbarschaft zu dem Alliierten-Museum präsentieren, das durch das Thema Luftbrücke Schnittmengen aufzuweisen hätte.

Bereits im Juni 2019 bekam der Aufsichtsrat der landeseigenen Tempelhof Projekt GmbH vom Vorstand der Museumsstiftung ein Konzept für den Umbau des Hangars 6 vorgelegt. Bisher hat sich weder der Stiftungs- noch der Aufsichtsrat positioniert. Erst wenn sich demnächst der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses mit dem Vorschlag befasst hat, wird man abschätzen können, ob es politischen Rückhalt gibt. Das Sanierungskonzept geht auf das Konto des Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp). Im Prospekt vertritt es die Ansicht, dass es weltweit nur wenige Gebäude gibt, in denen Architektur, Geschichte und das Thema Luftfahrt „eine so perfekte Symbiose ermöglichten“.

Die Entwürfe sehen vor, die Hangarhalle durch eine Glasfassade zu unterteilen, um Großobjekte von kleineren Ausstellungsbereichen zu trennen. Eine eingebaute zweite Ebene könnte ermöglichen, von der Decke hängenden Fliegern auf Augenhöhe zu begegnen. Die Hangartore könnten im Bedarfsfall zum Rollfeld hin geöffnet werden. Eine grobe Schätzung beziffert die Baukosten auf 20 Millionen Euro und die jährlichen Betriebskosten auf 5 Millionen Euro. Die Pläne werden unterstützt von der Stiftung Lufthansa Berlin, dem Unternehmen Airbus und dem Flugzeugmotorenhersteller Rolls-Royce. Denn: Dem Deutschen Technikmuseum schwebt nicht nur eine Reise durch die Geschichte des Luftverkehrs vor, sondern auch eine Vorausschau auf dessen Zukunft – in Zeiten des Klimaschutzes eine mehr als notwendige Debatte.   Idealerweise sollte die Ausstellung 2023 ihre Tore öffnen, dem Jahr des hundertjährigen Jubiläums von Tempelhof. Dafür müsste der Umbau spätestens nächstes Jahr in Angriff genommen werden.

Text: Alexandra Wach

Der Hangar 6 im alten Berliner Flughafen Tempelhof soll zum Museum umgebaut werden. Das Sanierungskonzept geht auf das Konto des Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp). Foto: gmp Architekten
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