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Longlife Learning
24. März 2020

Distance learning im Sommersemester

Das Sommersemester beginnt jetzt für Architekturstudenten später – mit Videokonferenzen und Online-Vorlesungen. Hochschulen, die konsequent auf Digitalisierung gesetzt haben, sind jetzt in der Testphase, andere geben erste Tipps zu kostenlosen Angeboten. NXT A hat einige von ihnen gefragt, wie sie sich auf die gegenwärtige Situation einstellen und was sie für das nächste Semester planen
Uni-Schließungen, Prüfungsabsagen, Verschiebung des Semesterbeginns – obwohl diese Maßnahmen erst wenige Tage her sind, erscheinen sie fast schon normal. Doch für ein Pausieren des Architekturstudiums besteht kein Grund. Universitäten und Hochschulen bieten verschiedene Möglichkeiten, Aufgaben zu stellen und zu kontrollieren. NXT A hat einige von ihnen gefragt, wie sie sich auf die gegenwärtige Situation einstellen und was sie für das nächste Semester planen.
Roswitha Janowski-Fritsch, Mitarbeiterin am Institut für Architektur der Universität für Angewandte Künste in Wien antwortet frohgemut und spricht von der „glücklichen Situation, dass sich unsere Lehrenden sehr rasch auf den Online-Lehrbetrieb von zuhause umgestellt haben.“ Die Lehrenden seien in „steten Austausch mit den Studierenden, die sich auch alle zuhause auf Distance learning eingerichtet“ hätten. „Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass strukturell und organisatorisch alles gut läuft“, so Roswitha Janowski-Fritsch. 
Weniger frohgemut und weniger redselig, geht der Dekan der Fakultät Architektur und Stadtplanung an der Fachhochschule Erfurt, Reinhold Zemke, davon aus, dass das neue Semester am 14. April beginnen kann. Ab 30. März, so der Plan, würden die Studenten des Fachbereichs über den Ablauf des Semesters „differenziert informiert“. 
Die Fakultät für Architektur der TH Nürnberg hat da schon klarere Pläne und Vorstellungen. „Wir arbeiten im Moment im learning-by-doing Modus“, erklärt Prodekan Niels Jonkhans bescheiden. Doch im Prinzip ist alles klar: „Unsere Fakultät verfügt über Server, mittels derer Aufgabenstellungen und Ressourcen verfügbar gemacht werden und die auch für Abgaben benutzt werden können“., sagt Jonkhans. Derzeit führe die Fakultät ein internetbasiertes Konferenzsystem ein, damit es Videokonferenzen mit ganzen Seminargruppen geben könne. Da die verpflichtenden Veranstaltungen frühestens am 20. April beginnen, könne die Phase jetzt als Probephase genutzt werden. „Auf Fakultätsebene zwischen den Mitarbeitern funktioniert es prima – die Herausforderung ist die Organisation der Kursgruppen und die technische Umsetzung aller virtuellen Zugänge für 500+ Studierende“, sagt Niels Jonkhans. 
Auf digitale Angebote setzen auch andere Hochschulen, etwa die TH Köln. Momentan geht es in Köln noch nicht um die Studenten sondern um die Professoren und Dozenten. Die sollen die digitale Lehre nutzen. Dazu sollen sie nun lernen, wie das funktioniert, so dass sie Lehrveranstaltungen live streamen können, in der Lage sind, Vorträge per Video oder als Audio-Dateien aufzuzeichnen und den Studenten zur Verfügung zu stellen. Dazu gibt es ein eigenes Portal mit Anleitungen und Tipps. 
Was in Köln nach einem konkreten Plan klingt, ist in Berlin bisher eine reine Linksammlung samt Absichtserklärungen und guter Ratschläge. Susanne Hamelberg vom Zentralinstitut für Weiterbildung der Universität der Künste in Berlin (UdK) hat einen ganzen Text mit vielen Links auf der Internetseite der Hochschule veröffentlicht. Der beginnt mit der Bemerkung, dass die „aktuelle Situation der Verbreitung des Corona-Virus eine Herausforderung und eine Chance zugleich“ ist. Es sei die Chance, „innovative Lehr- und Lernformen im digitalen Raum zu erproben“. Es folgt eine lange Liste mit Internetadressen für die Ausbilder, die ihre Studenten beispielsweise per Videovorlesung unterrichten sollen. Besonders lang sind die Verweise auf Plattformen, die Empfehlungen für die Online-Lehre geben und die zu kostenlosen Angeboten für Konferenzsysteme führen. Wahrscheinlich bietet die Schließung dieser Berliner Universität vor allem ihr selbst die Chance, die eigenen Defizite bei den digitalen Lehr-Angeboten zu erkennen. 
Text: Uta Baier
Titelbild: An der TH Köln lernen Professoren Dozenten aktuell, Lehrveranstaltungen live zu streamen, um sie den Studierenden dann als per Video oder als Audio-Dateien zur Verfügung zustellen. Dazu gibt es ein Portal mit Anleitungen und Tipps. Foto: www.th-koeln.de
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