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Arts & Culture

Dessauer Bauhaus-Direktorin Claudia Perren wechselt nach Basel

Claudia Perren verlässt nach sechs Jahren die Stiftung Bauhaus Dessau und wechselt zum 1. August nach Basel als Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst

Bauhaus-Direktorin Claudia Perren geht nach Basel. Das gab die Stiftung Bauhaus Dessau gestern Nachmittag in einer Pressemitteilung bekannt: Ab 1. August 2020 wird die 47-Jährige die neue Direktorin der Baseler Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK FHNW). „Noch vor Ablauf meiner zweiten Amtszeit habe ich mich bewusst für die neue Aufgabe in Basel entschieden, werde dem Bauhaus Dessau aber natürlich immer eng verbunden bleiben“, erklärte Claudia Perren. „Ich blicke auf sehr intensive und interessante Jahre zurück. Die Ziele, die wir uns gemeinsam in der Stiftung Bauhaus Dessau für diese Zeit gesetzt hatten, haben wir alle erreicht.“

Seit sechs Jahren steht die promovierte Architektin als erste Frau an der Spitze des Bauhauses und verantwortete unter anderem den Neubau des Bauhaus Museums im Zentrum von Dessau, der Ende vergangenen Jahres eröffnet wurden. Unter ihrer Leitung stärkte das Bauhaus Dessau sein internationales Profil, neue Programme wurden aufgelegt und Netzwerke aufgebaut, unter anderem durch die Bauhaus Open Studios, die Bauhaus Residenz oder die Mitwirkung beim internationalen Forschungs- und Ausstellungsprojekt Bauhaus Imaginista.

Kritik aus der Kulturpolitik gab es, als Claudia Perren 2018 das Konzert der linken Punkband “Feine Sahne Fischfilet” – die Gruppe engagiert sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus – auf der historischen Bauhausbühne absagte. Die Entscheidung wurde als Einknicken vor der rechten Szene kritisiert. Mehrere Hundert Kulturschaffende und Architekten hatten in einem offenen Brief dagegen protestiert, darunter die Künstlerinnen Hito Steyerl und Anne Imhof und Kurator Kasper König. Die Debatte überschattete die Planungen für das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ im Jahr 2019.

Die gebürtige Ostberlinerin studierte Architektur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee sowie der Cooper Union in New York und absolvierte einen Postgraduierten-Studiengang an der ETH Zürich. Nach ihrer Promotion über Dan Graham und Peter Eisenman (2005) an der Universität Kassel lehrte sie acht Jahre an der Universität Sydney kuratorische Praxis, Geschichte und Theorie der Architektur und Kunst. Schwerpunkte ihrer Arbeiten sind die Schnittstellen von Kunst, Design und Architektur.

Zur Stiftung Bauhaus Dessau zählen zahlreiche original erhaltene Bauhaus-Bauten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Während Perrens Amtszeit wurden zusätzliche aufgenommen, darunter die Laubenganghäuser in Dessau.

Text: Ute Strimmer

Titelbild: Ab 1. August 2020 wird Claudia Perren die neue Direktorin der Baseler Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK FHNW). Foto: Stiftung Bauhaus Dessau
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