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Architecture
23. April 2021

Das schwarze Haus in Breitbrunn

Der Architekturpreis „max40“ wurde im Februar 2021 zum ersten Mal gemeinsam von den acht BDA-Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben. NXT A stellt die sechs Preisträger*innen und ihre Projekte vor. Das schwarze Haus in Breitbrunn von Fabian A. Wagner, Buero Wagner, konnte die Jury überzeugen

Der nicht dotierte Förderpreis „max40“ soll Aufmerksamkeit für die Architekturqualität junger Büros schaffen, indem er ihre Beiträge öffentlich zur Diskussion stellt und aufzeigt, welche Potenziale ungenutzt bleiben, wenn junge Architekt*innen keine Unterstützung erhalten. Der Architekturpreis wurde im Februar 2021 zum ersten Mal gemeinsam von den acht BDA-Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben. Die Auszeichnung richtet sich an in der Kammer eingetragene Architekt*innen, die in einem der acht Bundesländer tätig sind und am 1. Januar 2021 das 41. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Zu den Preisträger*innen des diesjährigen „max40“ Preises gehört Fabian A. Wagner vom Architekturbüro Buero Wagner. Der junge Architekt hat an der TU München und an der University of Illinois at Urbana-Champaign, USA, studiert. Nach Tätigkeiten bei MVRDV in Rotterdam, Baumschlager Eberle und RAD (ex OMA Asia) in Hongkong gründete er 2013 das Buero Wagner.

Zunächst unauffällig, fügt sich das Haus von Fabian A. Wagner in den Kontext ein. Optisch aber hebt sich sein kleines, schwarzes Haus am nördlichen Ortsende von Breitbrunn am Ammersee (Bayern) durch seine verkohlte Fassade deutlich von der örtlichen Bebauung ab. Im Gegensatz zu den typischen Einfamilienhäusern sitzt das Gebäude zwischen zwei Bestandsbauten, einem Bürohaus und einem Mehrfamilienhaus, und schließt direkt an Letzteres an. Für den Grundriss orientierte sich der 1981 geborene Architekt an der vorhandenen Topografie des Grundstücks.

Übereinandergestapelt der Hang- linie folgend, entstanden ineinandergreifende Kuben mit Zwischenebenen und darin eine offene Raumverteilung – ein Neubau mit einer Grundfläche von 30 Quadratmetern. „Räume und Nutzungen gehen ineinander über, überlagern sich und ermöglichen dadurch unterschiedliche Raumerfahrungen“, erläutert Fabian Wagner. Die beiden großen Pivot-Fenster im Wohnbereich heben die Grenze zwischen innen und außen auf und verbinden den architektonischen Raum mit dem Garten.

Bei der Oberflächenbehandlung der Fassade setzte das Buero Wagner auf eine verkohlte Holzschalung nach japanischer Tradition, um das Holz ohne chemische Behandlung witterungsfest und resistent gegen Pilzbefall zu machen. Die Materialwahl zeigt sich auch im Innern mit viel Holz – naturbelassener, geölter Eiche – und sandgestrahltem Beton puristisch. Mit seinem minimalistischen Wohnhaus zeigt Fabian Wagner nicht nur viel Gespür für Raum und Materialität, sondern auch wie aus einer bewussten Reduktion viel entstehen kann.

Text: Ute Strimmer

Tipp: Ihr wollt mehr über den Preisträger erfahren? Im NXT A Community Check #24 stellt sich Fabian A. Wagner vor und beantwortet unsere Fragen. Schaut rein!

Das kleine schwarze Haus schließt direkt an ein Mehrfamilienhaus an. Foto: Florian Holzherr
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