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Architecture
02. Februar 2021

Community Check #22

Bei NXT A steht das A für architecture – und für die Menschen dahinter. In unserer neuen Porträt-Serie stellen wir Euch kluge Köpfe der Architektur-Szene vor: Was bewegt sie? Was lesen sie? Worüber denken sie nach? Und welchen Blick haben sie auf die Welt? Wir haben nachgefragt, ihr geantwortet. Heute erfahrt ihr mehr über den Berliner Architektur-Kommunikationsspezialisten Eric Sturm

Eric Sturm hat Architektur studiert, arbeitet als Webdesigner, Blogger sowie Fachjournalist in Berlin – und ist eine feste Größe in der deutschsprachigen Bauinfluencer-Welt. Am 8. Februar spricht er in unserem nächsten Career-Tak gemeinsam mit Simone von Schönfeldt über Alternativen zum klassischen Architekturberuf

Was inspiriert Dich und warum?

Wow, das ist eine schwierige Frage gleich am Anfang (lacht). Ich versuche es mal so: Dinge, die ich außerhalb meines üblichen Berufsalltags sehe, haben grundsätzlich immer das Potenzial, mich auf irgendeine Weise zu inspirieren. Deswegen sind natürlich auch Reisen, Lesen und der Austausch mit Leuten aus anderen Branchen so wichtig, finde ich. Jetzt, wo das mit dem Reisen schwierig ist, müssen wir eben umso mehr die Augen aufmachen. Zum Beispiel beim Spazierengehen. Immerhin: im letzten Sommer waren zum Glück Radtouren in Deutschland möglich, das möchte ich dieses Jahr unbedingt wieder machen.

Welches Buch liest Du gerade am liebsten – und warum?

Neben dem Bett liegt Richard David Prechts “Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens”, aber ich muss zugeben, dass ich davon immer nur kleine Portionen schaffe. Im Sommer und Herbst habe ich diverse Fallada-Bücher begeistert gelesen, gerade fange ich “Das Achte Leben” von Nino Haratischwili an. Mal sehen. Außerhalb der Urlaubsphasen ist das mit dem Lesen so eine Sache, da fällt es mir deutlich schwerer, mich auf das Medium einzulassen.

Was hat Dich zuletzt begeistert?

Zugegeben, der Hype um Clubhouse hat mich voll erwischt. Ich habe die App eigentlich eher missmutig installiert, als ich dann merkte, dass mich schon jemand eingeladen hatte, und ich auf Anhieb spannende Gespräch fand, sah das gleich ganz anders aus. Begeistert von Clubhouse bin ich deshalb, weil hier auf eine ganz neue Art miteinander kommuniziert werden kann – und tatsächlich auch kommuniziert wird! Ich hoffe, dass das Medium auch unter Architekt*innen Anklang findet, Potenzial dafür gibt es reichlich, finde ich.

Du bist viel herumgekommen. Für welche Stadt schlägt Dein Herz besonders?

Aus alter Verbundenheit sind das natürlich die Städte in Frankreich, ich habe ja in Lyon ein Erasmus-Jahr verbracht und mal in Paris gelebt. Ansonsten: Südkorea, das hat mich unglaublich fasziniert. Seoul Ist eine großartige Metropole, aber auch Busan ist grandios. Schwierig, sich zwischen den beiden zu entscheiden.

Woran hast Du zuletzt gearbeitet?

Oha, wenn ich das jetzt auf zähle, wird es langweilig. Bedingt durch meine verschiedenen Tätigkeitsbereiche habe ich immer relativ viele verschiedene Projekte gleichzeitig in Bearbeitung. Erwähnenswert sind vielleicht der Relaunch von architekturvideo.de und die neue Website für das Brandschutzbüro brandschutzplus aus Berlin, die ich kürzlich fertig gestellt habe.

Welches Herzensprojekt würdest Du gerne umsetzen?

Eigentlich arbeite ich schon seit Jahren und fast jeden Tag an meinen Herzensprojekten, nämlich meine drei Architektur-Blogs. Nur leider bleibt im Tagesgeschäft nicht immer die Zeit, die ich dafür gerne hätte. In meinem Kopf schwirren 1000 Ideen für weitere Features und Inhalte herum. Mal sehen, wann ich das alles umsetzen werde. Hoffentlich nicht erst im Ruhestand.

Wofür würdest Du Dich gerne mehr engagieren?

Puh, keine Ahnung. Ich bin beruflich sehr ausgelastet. Und ganz zufrieden mit der Work-Life-Balance etc. Irgendwelche karitativen Engagements kann ich leider nicht vorweisen.

Wofür möchtest Du Dir in Zukunft mehr Zeit nehmen?

Das weiß ich jetzt noch nicht. Das wird die Zukunft zeigen (lacht).

Und was ist Deiner Meinung nach aktuell die größte Herausforderung für die Baubranche?

Ganz klar müssen alle, die am Bauen beteiligt sind, den Anteil der Branche am Klimawandel verringern. Die Themen “Kreislaufwirtschaft”,  “Recycling” und Schonung der Ressourcen müssen alle extrem ernst nehmen. Sonst sieht es in ein paar Jahren ziemlich schlecht aus, nicht nur mit der Branche, sondern mit unserem ganzen System. Alle anderen Themen verblassen hinter dieser Mega-Aufgabe. Ich wünsche mir, dass alle, die in der Branche Vorbildcharakter haben, also sogenannte Star-Architekten und große Büros, Lehrende an den Hochschulen, aber auch die Verbände und staatliche Akteure das nachhaltige Bauen konkret vorleben. Es gibt schon einige beeindruckende Projekte in diesem Bereich, aber es müssen dringend mehr werden!

Eric Sturm hat Architektur studiert, arbeitet als Webdesigner, Blogger sowie Fachjournalist in Berlin – und ist eine feste Größe in der deutschsprachigen Bauinfluencer-Welt. Foto: Christine Fiedler
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