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Design & Interior
30. Juli 2020

Community Check #10

Bei NXT A steht das A für architecture – und für die Menschen dahinter. In unserer Porträt-Serie stellen wir Euch kluge Köpfe der Architektur-Szene vor: Was bewegt sie? Was lesen sie? Worüber denken sie nach? Und welchen Blick haben sie auf die Welt? Heute stellen wir die Gewinnerin unseres Instagram-Gewinnspiels vor: Innenarchitektin Cornelia Handrich

Cornelia Magdalena Elli Handrich, geboren in Ludwigshafen am Rhein, hat Innenarchitektur an der Hochschule Darmstadt und Architektur an der Fachhochschule Dortmund studiert. Derzeit arbeitet sie bei Formdeck in Dortmund, einem interdisziplinär aufgestellten Büro für Architektur, Innenarchitektur und Grafikdesign. Auf Instagram findet man sie unter @cornelia_m_e_handrich.

Dein Must-Have-Designerklassiker?
Mein Must-Have-Designerklassiker ist der Mokka-Espressokocher von Bialetti. Der hat alles, was ein Klassiker haben muss: Neben seinem zeitlosen geometrischen Design sowie dem einfachen physikalischen Prinzip macht er für mich immer noch den besten Espresso und das täglich. Mehrfach.

Welches Buch liest Du gerade und warum?
Ich lese zurzeit „Großes Ey: Die Lebensgeschichte der Johanna Ey“ von Ute Bales. Johanna Ey ist eine der meist portraitierten Frauen Deutschlands und eine Inspiration was ihre Stärke und ihren Tatendrang betrifft. Sehr interessant ist auch der übermittelte Einblick in die Düsseldorfer Kunstszene Anfang des 20. Jahrhunderts. Einige berühmte Maler gingen in Mutte-Eys – wie sie die Künstler liebevoll nannten – Bäckerei ein und aus.

Wofür möchtest Du Dir gerne mehr Zeit nehmen?
Mehr Zeit für die eigene Kunst. Schon immer habe ich mich gerne kreativ ausgelebt und in den verschiedensten Kunstformen versucht. Leider habe ich das in den letzten Jahren nicht mehr so intensiv verfolgt, aber dies soll wieder regelmäßig Platz in meinem Leben finden.

Woran arbeitest Du gerade?
Beruflich erarbeite ich aktuell, zusammen mit dem Team von Formdeck, ein Konzept für ein neu entstehendes Ärztehaus im Ruhrgebiet. Bei diesem Bauprojekt geht es um die Verzahnung der Architektur mit der Innenarchitektur und den besonderen einzelnen Anforderungen der Praxisräume. Insbesondere die geplante Zahnarztpraxis für Kinder lässt die Kreativität unseres Teams aufblühen. Privat bzw. künstlerisch habe ich vor einiger Zeit den deutschen Briefkasten mit seinem seit einem halben Jahrhundert unveränderten Design in den Fokus genommen: So entstand eine ganze Bilderreihe, von der schon einige Exemplare auf dem Instagram-Account @ginstergelb zu finden sind. In Zeiten von Kurznachrichten und Mails finde ich es interessant, mich mit der wahrscheinlich analogsten aller Nachrichtenübermittlungsarten auseinanderzusetzen.

Mit welcher Persönlichkeit würdest Du gerne einmal zu Abend essen?
Mit Mies van der Rohe. Er ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild. Die Reduktion auf das Wesentliche in seinen Entwürfen und sein Einsatz von Materialien faszinieren mich. In seiner Konsequenz im Verbinden von Innen- und Außenraum sowie im Neudenken von Raum war er seiner Zeit voraus. Ich glaube, es wäre ein wunderbares Abendessen mit solch einem Avantgardisten.

Wie würde Deine Post-Corona-City aussehen?
Meine Post-Corona-City ist eine, in der ein größerer Zusammenhalt in der Gesellschaft spürbar ist. Während des Lockdowns gab es eine Bewegung in der sich vermehrt Freiwillige um Hilfsbedürftige wie ältere oder kranke Personen gekümmert haben. Unter anderem kamen sie über aktives aufeinander Zugehen oder Apps wie „nebenan“ zusammen, unterstützten sich und gaben sich in dieser ungewissen Zeit Kraft. Übertragen auf die Architektur sehe ich Potential in neuen Wohnkonzepten, die generationsübergreifend funktionieren und Raum für eine starke Gemeinschaft bieten.

Cornelia Handrich würde gerne mit Mies van der Rohe einmal zu Abend essen. Foto: Patrik Bartnik