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Arts & Culture
20. April 2021

Art around the block!

Der Luitpoldblock in München macht Kunstvisite möglich: 11 junge Künstler*innen und Künstlerduos haben dort als Antwort auf die außergewöhnlichen Einschränkungen des deutschen Kulturlebens Vitrinen und Schaufenster gestaltet. Schaut hinein!

Der Luitpoldblock ist ein Geschäftshaus im Herzen von München, welches zwischen 1810 und 1812 im klassizistischen Stil von Joseph von Utzschneider erbaut wurde und in dem sich heute neben dem Café Luitpold verschiedene Geschäfte sowie das Auktionshaus Karl & Faber befinden. Unter dem Motto „Luitpoldblock goes green“ werden die technischen Anlagen gemäß der Themenfelder und Kriterien der „Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen“ umgesetzt. Seit vielen Jahren schon schafft der Luitpoldblock mit Kunst, Kultur und Architektur neue Begegnungsräume, so auch in der aktuellen Situation, welche persönliche Begegnungen mit Kunstwerken erschwert.

Bezugnehmend auf die allmähliche Wiedereröffnung des Einzelhandels und als Antwort auf die außergewöhnlichen Einschränkungen des Kulturlebens luden daher Alina Eisner und Karsten Schmitz in Zusammenarbeit mit Christian Ganzenberg und dem Team des Luitpoldblocks junge, in München lebende Künstler*innen ein, Schaufenster, Vitrinen und Freiflächen des Blocks zu gestalten.

Die Künstler*innen erhielten dafür ein Produktionsbudget und ein Honorar, unter der einzigen Bedingung, dass sie aus München und unter 40 Jahre alt sind.  Schließlich wurde innerhalb von nur drei Wochen zusammen mit 11 Künstler*innen und Künstlerduos das Projekt geplant und umgesetzt: „Around the Block“ zeigt in acht zu jeder Tages- und Nachtzeit einsehbaren Vitrinen und Schaufenstern sowie in dem zentralen Wintergarten im Inneren des Blocks die Werke der Künstler*innen.

Bemerkenswert ist hierbei, dass die Fenster den Künstler*innen nicht nur als Präsentationsfläche für ihre eigenen Arbeiten übergeben wurden, wie es bei den in den letzten Monaten häufig entstandenen Kunstschaufenstern sonst der Fall ist, sondern das die Künstler mit ihren Werken und Interventionen auch direkt auf die eigentlich im Schaufenster ausgestellten Produkte eingehen und in ihre Kunst einbinden können.

So etwa nutzt Kalas Liebfried mit seiner neuen Arbeit „Petrified Visions in the Circular Air“ im Schaufenster von Occhio deren Motto „a new culture of light“ : Das Licht der Lampen wird genutzt, um seine typischen Soundinstallationen damit zu umgeben und somit das Produkt ebenfalls zur Kunst zu machen. Der Betrachter hört dabei einen Loop des Songs „There is a light that never goes out“ von der britischen Band The Smiths.

Paul Valentin hingegen hat den Brunnen im Palmengarten genannten überdachten Innenhof des Blocks trocken gelegt und einen Teil seiner Arbeit „Nothing Left“ dort installiert, die natürlich auch sinnbildlich für die aktuelle Situation stehen kann.

Im kleinen, aber sehr feinen Blumenladen Flor & Decor direkt nebenan hat die Künstlerin Maria VMier mit „ohne Titel (Sappho)“ aus handbedruckter Blumenseide Zeichnungen und Sprüche der Dichterin Sappho Kunst zum Anfassen gemacht, denn die Florist*innen werden bis zum Ende der Ausstellung (und vielleicht ja auch darüber hinaus) die Sträuße für ihre Kund*innen darin verpacken.

Die Arbeiten sind noch bis zum 24.4. rund um die Uhr einsehbar, weitere Informationen finden sich auf www.luitpoldblock.de

 

Teilnehmende Künstler*innen:

Jan Erbelding: Prantl seit 1797

Stefan Fuchs: Horst Kirchberger Makeup Studio

Stephan Janitzky & Laura Ziegler: Salon Pauli

Kalas Liebfried: Occhio Store Brienner Quartier

Anna McCarthy & Paulina Nolte: Schwittenberg, Vitrine

Fiona Ones: Bederke, finest fabrics

Jonathan Penca: Schwittenberg

Paul Valentin: Café Luitpold, Palmengarten

Maria VMier: Flor & Decor

 

 

Text: Mandana Bender

Foto: Kalas Liebfried/Constantin Mirbach; Stephan Janitzky / Laura Ziegler
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