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Architecture
31. Mai 2020

Architektennachwuchs gefragt

Der Architekturpreis max40 für junge Architektinnen und Architekten wird 2021 zum ersten Mal gemeinsam von den
acht BDA Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben. Die Auszeichnung richtet sich an in der Kammer eingetragene Architektinnen und Architekten, die in einem der acht Bundesländer tätig sind und am 1. Januar 2021 das 41. Lebensjahr noch nicht vollendet haben

Wenn der Architektennachwuchs heute die Lebensläufe berühmter Vorgänger studiert, staunt er über die Chancen, die sich diesen in jungen Jahren boten. Ein Hans Scharoun nahm schon mit 18 Jahren an einem Wettbewerb teil, sechs Jahre später baute er sein erstes Haus in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Paul Schneider von Esleben gewann mit 41 Jahren den Großen Kunstpreis des Landes NRW und damit einen prestigeträchtigen Bauauftrag für den Köln-Bonner Flughafen. So offen zeigen sich die heutigen Bauherren nur noch selten für junge Konzepte. Man geht auf Nummer sicher und setzt auf große Erfahrung und pragmatische Lösungen. Die Jugend dagegen bedeutet ein Risiko, das die zu erwartende Innovationskraft immer öfter nicht auszugleichen vermag.

Die überwiegende Mehrheit der Ausschreibungen hantiert mit Zulassungsbeschränkungen. Sie begrenzen den Teilnehmerkreis schon im Vorfeld auf meist große Büros. Die Konkurrenz der Ideen wird so durch die Konkurrenz der Etablierten ersetzt.

Dabei macht der Anteil kleinerer Bürostrukturen mit bis zu vier Mitarbeitern ca. 85% aller Architekturbüros in Deutschland aus. Der nicht dotierte Förderpreis möchte dieser baukulturell kontraproduktiven Entwicklung entgegenwirken. Er soll Aufmerksamkeit für die Architekturqualität junger Büros schaffen, indem er ihre Beiträge zur Diskussion stellt und aufzeigt, welche Potenziale ungenutzt bleiben, wenn junge Architektinnen und Architekten keine Unterstützung erhalten. Im Fokus stehen realisierte Bauwerke. Eine unabhängige Jury wählt aus den eingereichten Arbeiten die Preisträger aus und ist auch zusätzlich befugt Anerkennungen auszusprechen. Im Februar 2021 werden die ausgewählten Arbeiten in einer Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum DAM in Frankfurt am Main gezeigt, gefolgt von einer Wanderausstellung in den beteiligten Landesverbänden. Zur Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog.

2020 wird der Wettbewerb zum zweiten Mal als gemeinsame Auszeichnung von mehreren BDA Landesverbänden ausgelobt.

 

Die Jurymitglieder sind:

Christina Beaumont, BDA Saarland

Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum DAM

Prof. Lydia Haack, BDA Bayern

Ulrike Kunkel, Chefredakteurin db deutsche bauzeitung

Steffen Lauterbach, BDA Sachsen-Anhalt

Prof. Heinrich Lessing, BDA Rheinland-Pfalz

Prof. Andreas-Thomas Mayer, BDA Baden-Württemberg

Andreas Reich, BDA Thüringen

Oliver Stolzenberg, BDA Sachsen

Ute Strimmer, Georg Media, Editorial Manager Restauro und verantwortlich für die fachlichen Inhalte von NXT A

Antje Voigt, BDA Hessen

 

Die Bewerbung für das zweistufige Verfahren ist online einzureichen: Anmeldung bis 31. Juli 2020, Datenupload bis 1. September 2020, Auslobung und Teilnahmeformular unter www.bda-max40.de

 

Text: Alexandra Wach

Max Otto Zitzelsberger war 2016 einer der sechs Preisträger des Architekturpreises max 40 mit seiner Sanierung eines historischen Stadl in Kneiting. Damals vergaben die BDA-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland 2016 zum ersten Mal den Architekturpreis „max40 – Junge Architekten. Foto: von Sebastian und Simon Schels / pk-odessa.com