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Longlife Learning
06. Oktober 2020

80/20 vs. Perfektion äh Protokoll

80/20 ist nicht das neue 90/60/90. Hierbei geht es auch nicht um Perfektion, sondern um das Paretoprinzip. Noch nicht gehört? Es geht um effektives Zeitmanagement. Darum, Prioritäten richtig zu setzen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wichtige Dinge von weniger wichtigen zu unterscheiden. Unsere Kolumnistin Simone von Schönfeldt nennt wichtige Tipps für das Verfassen von Protokollen

Nein, Ihr Lieben, 80/20 ist nicht das neue 90/60/90. Hierbei geht es auch nicht um Perfektion, sondern um das Paretoprinzip. Noch nicht gehört? Es geht um effektives Zeitmanagement. Darum, Prioritäten richtig zu setzen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wichtige Dinge von weniger wichtigen zu unterscheiden und diese dann entsprechend nacheinander abzuarbeiten bzw. einfach auch mal sein zu lassen. Die wichtigsten 80 Prozent sind erledigt? Das genügt. Klar, die restlichen 20 sind „nice to have“ – man könnte stattdessen aber erst einmal eine Teepause machen und dann direkt in die nächsten wichtigen Aufgaben einsteigen oder einfach früher Feierabend machen. Noch ein Beispiel gefällig?

Protokoll gelesen? Die wichtigsten Infos sind drin? Freigabe! Vielleicht war das jetzt doch kein so gutes Beispiel, muss ich doch an den Leserbrief von Thomas denken, der nach meiner letzten Kolumne hier eintrudelte. Zunächst: Ich freue mich immer über Post von Euch und in vielem, was Ihr so schreibt, stecken viele interessante Gedanken. Und ja, Thomas hat natürlich auch recht, wenn er sagt: Ein Protokoll darf nicht nur den geringsten Anforderungen an den Inhalt genügen, sondern muss auch in einem ordentlichen Deutsch verfasst sein und eine ordentliche Form haben. Da geb‘ ich ihm grundsätzlich ja recht – ich habe doch auch was gegen totales Geschluder oder Kaffeeflecken auf wichtigen Papieren.

Aber wer schreibt denn wirklich richtig schlechte Protokolle? Oder wird hier etwas ganz anderes über Protokolle eskaliert – nämlich, dass es Stress im Projekt gibt, Kosten, Termine, Qualitäten nicht mehr passen? Oder vielleicht ist es einfach eine kleine, menschliche, ganz persönliche Abneigung?

Überhaupt, gehen wir doch mal einen Schritt zurück. Wer schreibt denn die Protokolle? Keine Germanisten, keine Journalisten – sondern bei Bauprojekten sind es in den meisten Fällen die Architekten bzw. Projektsteuerer, die oft auch Architektur studiert haben. Mal ehrlich, war Protokollschreiben bei einem von Euch in der Uni dran? Wohl eher nicht. Und wer von Euch hatte Zeit und Gelegenheit, einen richtig guten Schreibkurs zu absolvieren? Okay, ich hör auf – werde aber mal über ein Konzept für so einen Protokoll-Workshop nachdenken.

„Der guten Ordnung“ halber noch drei wasserdichte Tipps fürs Protokollschreiben frei nach einem meiner Lieblingsautoren Fredmund Malik[1]:

  • Schreibt Sätze.
  • Vermeidet Bilder und Grafiken.
  • Bleibt dem Hochformat treu.

Versprochen: beim nächsten Mal schreib ich auf keinen Fall über Protokolle!

Bis in zwei Wochen,

Eure Simone von Schönfeldt

Architektin, Organisationsberaterin, Baufachjournalistin

Gründerin von arbeiten übermorgen – Weiterbildung & Weiterentwicklung für Architekt*innen

 

[1] Fredmund Malik: Führen, Leisten, Leben, Campus Verlag

 

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Titelbild: Mit ihrer Kolumne für NXT A hält Simone von Schönfeldt Euch alle zwei Wochen auf dem Laufenden. Foto: privat
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