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In den Bergen baut der Blick

Der Architekt Franz Baumann schuf Mitte des 19. Jahrhunderts mit den Stationen der Nordkettenbahnen ein Werk, das Innsbruck bis heute prägt. Die Architekten von Snøhetta gestalteten dazu jetzt einen knapp drei Kilometer langen Perspektivenweg. Zitate des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889-1951) lenken entlang des Perspektivenwegs nicht nur den Blick in die Weite, sondern auch in das Innere des Besuchers

Sich einmal wie ein Skispringer auf der Bergiselschanze fühlen? Diesen Nervenkitzel kann nun jeder spüren, der per pedes oder Seilbahn die Innsbrucker Alpen erklimmt. Möglich macht es der neue Aussichtssteg, der auf einer Höhe von 1 905 Metern aus der Berglandschaft der Innsbrucker Nordkette zu wachsen scheint. Ein Gitterrost am Boden verstärkt das Gänsehautgefühl und eröffnet verschiedene Perspektiven auf das Inntal. Der Steg ist Teil des neuen, von Snøhetta gestalteten, 2,8 Kilometer langen Perspektivenwegs, den noch weitere neun architektonische Interventionen begleiten: etwa eine Treppenkonstruktion, die den Übergang vom baumlosen Hochgebirge zur Latschen-Vegetation markiert, ein Balken, auf den sich die Wanderer lässig wie an einer Bar aufstützen können mit Blick auf die Berge „Langer Sattel“ und „Frau Hitt“ sowie Holzplattformen zum Ausruhen am „Großen Stein“. Alle Elemente sind aus Cortenstahl (wie die Lawinenverbauungen der Umgebung) und Lärchenholz. Zitate des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889-1951) lenken entlang des Perspektivenwegs nicht nur den Blick in die Weite, sondern auch in das Innere des Besuchers

Text: Tanja Gallenmüller

Der Steg ist Teil des neuen, von Snøhetta gestalteten, 2,8 Kilometer langen Perspektivenwegs. Foto: www.nordkette.com / Lea Hahn