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Virtualisierung & Digitalisierung

Baustandards für die Zukunft

BIM wird in Deutschland bisher nur zögerlich eingesetzt. Die Bundesregierung nimmt hier eine Vorreiterrolle ein: Mit dem nationalen Zentrum „BIM Deutschland“ geht das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens an den Start. Ende Januar wurde in Berlin die Geschäftsstelle des Zentrums eröffnet

Ihre Anhängerschaft ist in Deutschland bisher überschaubar, dabei könnte die digitale Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) mehr Effizienz beim Wohnungsbau ermöglichen. Start-Ups unterschiedlicher Stoß- und Fachrichtung konzipieren und transformieren bereits zunehmend digitale Plattformen und Tools, die für die Baubranche von Interesse sind. Die Bundesregierung hat deshalb das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens „BIM Deutschland“ ins Leben gerufen.

Das Ziel des Kompetenzzentrums, das bei seiner Arbeit den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken berücksichtigt, ist es, einheitliche Vorgaben im Infrastruktur- und Hochbau zu erstellen. Beratung, Schulung und Normung zur digitalen Transformation gehören zu seinen weiteren Aufgaben. Die erarbeiteten Standards und Produkte sollen über „Open BIM“ und über das „BIM-Portal“ dem öffentlichen Bau und der gesamten Wertschöpfungskette Bau zur Verfügung gestellt werden. Die Einrichtung des „BIM-Portals“ impliziert die Vermittlung der gewonnenen Expertise und der Vorlagen für die vereinfachte Nutzung der BIM-Methode.

Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) und Staatssekretärin Anne Katrin Bohle (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) haben am 29. Januar die Geschäftsstelle des Zentrums in Berlin eröffnet. „Mit BIM Deutschland schaffen wir die Grundlagen, die Potenziale der Digitalisierung auszuschöpfen und Synergieeffekte zu nutzen“, sagte Bohle. „Von der verbesserten Kostenkontrolle und Planbarkeit profitieren wir als Bund und die Baubranche gleichermaßen“, so Zieschang.

BIM wird Ende 2020 verpflichtend – zunächst nur für Infrastrukturbauten. Beschlossen wurde dies im Koalitionsvertrag 2018: Künftig soll bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für den Bundesinfrastrukturbau und den infrastrukturbezogenen Hochbau stärker auf die Methode Building Information Modeling (BIM) gesetzt werden, um Kosten zu minimieren und Risiken zu reduzieren. Konkret bedeutet der ganzheitliche Ansatz der BIM-Arbeitsmethode einen Kulturwandel im Bauwesen und eine neue Form der teamorientierten Zusammenarbeit. Da BIM vorsieht, dass alle Beteiligten an demselben Datenmodell arbeiten, werden sich neben der Hard- und Software auch Geschäftsprozesse und Gewohnheiten der jeweiligen Projektbeteiligten ändern müssen.

Text: Alexandra Wach

BIM Deutschland – Termine:
Das nationale Kompetenzzentrum „BIM Deutschland“ präsentierte sich diese Woche auf der  Digitalbau (11. bis 13. Februar 2020 in Köln) und wird auf der Bautec (18. bis 21. Februar 2020 in Berlin, Halle 4.2, Stand 4303) vertreten sein, www.bimdeutschland.de

Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) und Staatssekretärin Anne Katrin Bohle (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) eröffneten das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens, BIM Deutschland. Foto: BMVI